Commerzbank Schrumpel-Gewinn enttäuscht Börse
Frankfurt am Main - Die Ergebniszahlen waren zwar wieder schwarz, die Zahlen auf der Börsen-Kurstafel aber rot: Nachdem die viertgrößte deutsche Bank ihre Quartalszahlen bekannt gegeben hatte, war ihre Aktie gegen 11 Uhr eines von nur fünf Wertpapieren im Dax 30, die im Minus notierten. Das Papier war 19,34 Euro wert, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag.
Dabei klang die Meldung "Ertragswende geschafft" eigentlich durchweg positiv: Nach drei verlustreichen Quartalen hat die Commerzbank wieder einen Gewinn von 153 Millionen Euro vor Steuern ausgewiesen. Damit aber bliebt das Finanzhaus immer noch deutlich hinter dem Vorjahresergebnis von 323 Millionen Euro zurück. Zudem fiel der Reingewinn mit 72 Millionen Euro um über zehn Millionen Euro niedriger aus als Analysten mehrheitlich erhofft hatten. Im vierten Quartal 2001 hatte das Geldhaus vor Steuern noch einen Verlust von 247 Millionen Euro gemacht.
Insolvenz-Boom belastet
Die Bank teilte mit, die Rückkehr in die Gewinnzone sei den eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung zu verdanken. Der Vorstand sei zuversichtlich, die Kosten im laufenden Jahr auf das Niveau des Jahres 2000 senken zu können. Damals hatte die Commerzbank für Verwaltung 5,47 Milliarden Euro ausgegeben. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten bei deutlich sinkenden Umsätzen bei 5,58 Milliarden Euro.
Operativ verzeichnete die Bank im Vergleich zum Vorjahr größtenteils Rückgänge. Der Zinsüberschuss ging zu Jahresbeginn auf 873 Millionen Euro zurück, nach 888 Millionen 2001. Der Provisionsüberschuss verringerte sich auf Grund des schwachen Börsenumfeldes um 6,2 Prozent auf 575 Millionen Euro, das Handelsergebnis stieg dagegen um rund eine Million auf 313 Millionen Euro.
Die Risikovorsorge erhöhte die Bank auf 254 Millionen Euro, nach 152 Millionen im Vorjahresquartal. Der Vorstand bestätigte, dass für das Gesamtjahr ein Betrag von rund einer Milliarde Euro eingeplant sei. "Denn auch wenn sich im Jahresverlauf die Konjunktur belebt, so wird die Zahl der Insolvenzen in unserem Kernmarkt noch einige Zeit weiter steigen", hieß es im Zwischenbericht.