Commerzbank Verteidigungslinie gegen CoBRa
Frankfurt am Main - Damit sind die Chancen der CoBRa-Investorengruppe, mit Sonderanträgen dem Commerzbank-Vorstand das Vertrauen zu entziehen, weiter gesunken. Der Chef der WCM-Beteiligungs- und Grundbesitz AG, Roland Flach, sagte der "Börsen-Zeitung", er sei auf Seiten des Vorstands. Nach Informationen der Zeitung halten WCM und ihr Mehrheitsaktionär Karl Ehlerding insgesamt fünf bis sechs Prozent des Commerzbank-Kapitals.
Die in der CoBRa gebündelten Opponenten-Stimmen um Clemens Vedder, Klaus-Peter Schneidewind und den ehemaligen Dresdner-Bank-Vorstand Hansgeorg Hofmann sind von einst 16,3 Prozent auf jetzt noch 9,97 Prozent gesunken. Während der Aktionärsversammlung will CoBRA laut Tagesordnung über drei Punkte abstimmen lassen: Ein Misstrauensvotum gegen das Management der Commerzbank, eine Sonderuntersuchung der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sowie ein Verzicht auf Kapitalerhöhungen, die keine Rücksicht auf Bezugsrechte bestehender Aktionäre nehmen.
Das Management der Commerzbank sollte jedoch nach Ansicht von Branchenkennern in der Lage sein, bei der Jahreshauptversammlung die Annahme der verschiedenen Anträge der CoBRa durch die Aktionäre zu verhindern. Die Bank will möglichst viele institutionelle Anleger am Veranstaltungsort Jahrhunderthalle versammeln. Auf diese Weise will die Bank sicherstellen, dass die CoBRA-Anträge abgelehnt werden. "Wir wollen dafür sorgen, dass alle Anteilseigner zu Wort kommen und nicht nur eine kleine Minderheit", sagte ein Sprecher der Commerzbank.
Traditionell seien die Jahreshauptversammlungen der Commerzbank allerdings spärlich besuchte Veranstaltungen, sagte der Analyst Ralf Dibbern vom Bankhaus MM Warburg. Die weit verzweigte Eigentümerstruktur erschwere die Lage des Managements zusätzlich. Auf eine definitive Prognose wollte sich der Analyst daher nicht einlassen: "Eine Niederlage des Managements ist unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen."