Commerzbank-Wunschpartner: Bayern sind besser als Amerikaner - DER SPIEGEL
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Commerzbank-Wunschpartner Bayern sind besser als Amerikaner

Commerzbank-Chef Müller fürchtet, dass sein Institut in den kommenden Monaten Ziel eines feindlichen Übernahmeversuchs wird. Bevor er seine Bank an einen ausländischen Konzern verkauft, würde er lieber mit Konkurrenten aus Frankfurt oder München zusammen gehen.
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Frankfurt am Main - "Für die privaten Finanzinstitute (in Deutschland) besteht die akute Gefahr, preiswert übernommen zu werden", warnte Klaus-Peter Müller in einem Interview. Er fürchte, dass es in der Bankenszene "wie beim Dominospiel zugehen werde", wenn eines der großen ausländischen Finanzinstitute den ersten Schritt mache. Für die Commerzbank   könnte sich "die Situation zuspitzen, wenn wir im ersten Quartal gute Zahlen vorlegen", so Müller im dem Interview der Zeitschrift "Capital". In den vergangenen Wochen war wiederholt spekuliert worden, dass britische oder amerikanische Banken an Käufen in Deutschland interessiert seien. Vor allem die Citibank wurde oft als möglicher Käufer genannt.

Müller wollte nicht konkret sagen, wie er einen feindlichen Übernahmeversuch abzuwehren versuchen würde. "Ich werde hier nicht meine Abwehrpläne auf den Tisch legen. Aber es ist klar, dass wir alle Möglichkeiten durchspielen", sagte er. Als eine mögliche Gegenmaßnahme nannte er aber eine Fusion mit der HypoVereinsbank   oder mit der Deutschen Bank  . "Ein Privatkundengeschäft mit mehr als 15 Millionen Kunden wäre eine tolle Sache", sagte er.

"Ginge die Post ab"

Auf die Frage ob die Aktionäre eine Fusion mit dem Branchenprimus Deutsche Bank honorieren würden, sagte Müller: "Das kann ich mir gut vorstellen. Der Kurs würde anfangs vielleicht fallen, aber wenn die Leute nachdenken, ginge die Post ab. Ein Privatkundengeschäft mit mehr als 15 Millionen Kunden wäre eine tolle Sache." Auch eine Zusammenarbeit mit der Postbank, die im kommenden Jahr an die Börse soll, wäre laut Müller sinnvoll.

Die Dresdner Bank komme dagegen auf Grund ihrer Rolle als "eine 100-prozentige Abteilung der Allianz" kaum in Frage. Müller bestätigte aber sein Interesse an der Übernahme von Sparkassen, speziell der Kölner Stadtsparkasse.

Für das 2004 hatte Müller unlängst ein "prächtiges Gewinnjahr" angekündigt. In diesem Jahr muss Deutschlands drittgrößte Bank allerdings einen Verlust von etwa zwei Milliarden Euro verkraften, denn Müller hatte die Bilanz im November bereinigt.

Allein im dritten Quartal wurden rund 2,3 Milliarden Euro auf Beteiligungen abgeschrieben. Gleichzeitig holte die Bank sich im Zuge einer Kapitalerhöhung 760 Millionen Euro. Die Aktien der Commerzbank reagierten nicht auf die Aussagen von Müller und notierten am Nachmittag 0,5 Prozent im Minus bei 15,42 Euro.

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