CompuNet Anonyme Anzeige wegen Bilanzfälschung?
Berlin Bei GE CompuNet werde schon seit langer Zeit gemogelt und verschleiert, zitiert der Nachrichtensender n-tv aus einem Schriftstück, das der Staatsanwaltschaft Köln zugegangen sein soll. Diese hat den Eingang allerdings bisher nicht bestätigt. Als Verfasser nannte der Sender anonyme Mitarbeiter des Unternehmens, die ihr Gewissen erleichtern wollten.
In dem Schreiben wird CompuNet laut "n-tv" vorgeworfen, die Bilanzen systematisch gefälscht zu haben. Dabei seien beispielsweise Kundenaufträge verbucht worden, die noch gar nicht stattgefunden hätten. Erst Monate später seien diese Luftbuchungen mit den tatsächlichen Aufträgen abgeglichen worden. Die fiktiven Rechnungen seien dann vernichtet worden, zitiert der Sender aus dem Papier. Bei den gefälschten Papieren habe es sich um Aufträge der größten deutschen Banken, der Allianz und BMW gehandelt. Grund für die manipulierten Buchungen soll der Druck gewesen, die von GE gesetzten Ertragsziele zu erreichen.
Zu den Mitwissern sollen der Klageschrift zufolge Firmengründer und Ex-Chef Jost Stollmann sowie der Chef der Beteiligungsgesellschaft GE Capital Dennis Dammermann gehört haben.
"Wir kennen den Inhalt des Schreibens nicht", sagte Carsten Barth, Pressesprecher von GE Deutschland gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Die Beschuldigungen halten wir für unbegründet, sind aber dabei, diese intern zu untersuchen."