Computer-Chaos Systemausfall bei der Deutschen Bank
Hamburg/Frankfurt am Main - Am Montagvormittag erlebten Mitarbeiter und Kunden der Deutschen Bank, was Computerexperten bis dahin immer für unmöglich erklärt hatten: Die für die Geldtransaktionen und die Auftragsverarbeitung zuständigen Server stellten ihren Dienst ein, die Zentrale war über Stunden hinweg nicht mehr erreichbar.
Laut Aussage von Hamburger Mitarbeitern führte der Fehler im System dazu, dass die Banker weder Kundeninformationen abrufen noch Überweisungen, Abhebungen oder Einzahlungen vornehmen konnten. Aber auch aus anderen Regionen Deutschlands meldeten Kunden die Probleme an die Zentrale.
Bis zum Abend wollte die Deutsche Bank die Meldungen über den großflächigen Ausfall nicht bestätigen. Am Dienstagmorgen räumte ihr Sprecher Klaus Thoma lediglich "regionale Probleme" ein. Welche Regionen betroffen waren, könne er jedoch nicht sagen. Ebenfalls sah sich Thoma nicht in der Lage, eine ungefähre Zahl der betroffenen Terminals oder gar der Transaktionen zu nennen. Seit Dienstagmorgen seien die Probleme mit dem internen Computersystem komplett behoben, sagte Thoma weiter. Alle Systeme liefen wieder normal.
In vielen Filialen der Deutschen Bank hatte die Computer-Panne alte Zeiten heraufbeschworen. Nicht nur in Hamburg begannen die Mitarbeiter nach Angaben von Kunden, Kontogeschäfte wieder auf Papier zu notieren und abzuheften. Da aber keine Informationen über die Kunden per Computer abgerufen werden konnten, waren oft gar keine Geschäfte möglich. Banksprecher Thoma versicherte, dass nach der Behebung der Probleme alle auf Papier aufgenommenen Aufträge am Dienstag so schnell wie möglich bearbeitet würden.
Matthias Gebauer