Computer MobilCom-Tochter muss offenbar schließen
Waiblingen - Damit steht nach Escom und Schadt die nächste PC-Handelskette vor dem Aus. Ähnlich wie zuvor Escom und Schadt scheitere auch Comtech an falschen Verkaufskonzepten, berichtet die Branchenzeitschrift "ComputerPartner" unter Berufung auf interne Unternehmensquellen. Zum 30. Juni 2001 werde die Comtech-Zentrale schließen. Die Mitarbeiter würden entlassen.
1996 hatte Comtech im Zuge des Konkurses von Escom 90 der 110 deutschen Escom-Filialen übernommen. Auch die Firma Schadt hatte damals Teile von Escom erhalten. Bei Comtech in Waiblingen war für eine Stellungnahme niemand zu erreichen. Mails werden nicht beantwortet, auch die telefonische Bestellhotline des Unternehmens ist nicht besetzt. Comtech gehört seit 1999 zu 75 Prozent der Büdelsdorfer Telefongesellschaft MobilCom. Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch war zu keiner Stellungnahme bereit. Einzelheiten zu Comtech werde es am Dienstag, den 13. Februar auf der Bilanzpressekonferenz der MobilCom AG geben, erklärte Quaritsch gegenüber dem Online Dienst "heise online".
1999 erzielte Comtech einen Umsatz von 299 Millionen Mark. Nach Angaben von Quaritsch beschäftigt die Firma Comtech derzeit rund 100 Mitarbeiter. Dass die Mitarbeiter auf Jobsuche seien, konnte er nicht bestätigen. Der MobilCom-Konzern sei bestrebt, seine Organisation zu verbessern, meinte Quaritsch. Was genau dies bedeute, werde auf der Pressekonferenz bekannt gegeben. Branchenbeobachter gehen aber schon davon aus, dass MobilCom sich vom PC-Geschäft verabschiedet, um nur noch den Telekommunikationsmarkt zu bedienen.
Gerichtliches Nachspiel
Mit der Schließung der Computer-Kette ist das Thema Comtech für Schmid allerdings wohl noch nicht erledigt. Im vergangenen Herbst hatte PIGF-CT Partnership ihm den Streit verkündet. Der amerikanische Investmentfonds, der eine Beteiligung an Comtech macht beim Landgericht Kiel Schadensersatzansprüche gegen mobilCom und auch gegen Schmid persönlich geltend.
Hauptstreitpunkt zwischen PIGF-CT und Schmid ist der so genannte Product-Shop, die Internet-Abteilung von Comtech. Die Amerikaner werfen ihm vor, seine Geschäftsführerpflichten schuldhaft verletzt zu haben. Schmid habe den Product-Shop "eigenmächtig und ohne Kenntnis geschweige denn Zustimmung der PIGF-CT" für nur rund 15,5 Millionen Mark an die Mobilcom veräußert. Nach einem von PIGF-CT bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Auftrag gegebenen Gutachten habe der Product-Shop zum Verkaufszeitpunkt einen Wert zwischen rund 90 Millionen und 230 Millionen Mark gehabt.