Computermarkt Dell deklassiert die Konkurrenz
Austin - Vielleicht lag es ja nur an geschickter Tiefstapelei in den vergangenen Monaten, dass die Börsianer positiv überrascht waren. Zum Beginn des Jahres jedenfalls hatte Dell mitgeteilt, man rechne in den ersten drei Monaten des Jahres mit einem Umsatzrückgang um drei bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April gaben sich die Texaner schon optimistischer und sprachen nur noch von einem Minus von zwei Prozent. Tatsächlich hat der Konzern, der nach der Fusion von Hewlett-Packard und Compaq zur Nummer zwei unter den PC-Herstellern aufgerückt ist, seinen Umsatz nun leicht von 8,028 Milliarden auf 8,066 Milliarden Dollar gesteigert.
Analysten reagierten ebenso positiv wie Aktien-Händler: Die Dell-Aktien stiegen nachbörslich um 1,8 Prozent auf 28,28 Dollar. Schon im regulären Handel an der Nasdaq hatte der Wert um 0,5 Prozent zugelegt hatte, während der Nasdaq-100-Index 0,37 Prozent gewann. Seit Jahresbeginn hat die Dell-Aktie schon rund 2,5 Prozent gut gemacht, während der Nasdaq um 16,5 Prozent gefallen ist. Dell-Konkurrenten wie IBM und Hewlett-Packard hatten schon zuvor Umsatzrückgänge um mindestens zehn Prozent gemeldet.
Einen Schönheitsfehler allerdings gibt es auch bei Dell: Die Umsätze außerhalb der USA waren rückläufig, die Nachfrage nach PCs bleibt schwach. So sank der Überschuss um 1,1 Prozent auf 457 Millionen Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag bei 17 Cent je Aktie, so hoch wie im Vorjahr. Auch bei dieser Kenngröße hatten Analysten Schlimmeres erwartet: Sie waren von einem Rückgang auf 16 Cent je Aktie ausgegangen.
Dell teilte mit, man wolle auch im nächsten Quartal der Konkurrenz Marktanteile abnehmen und wie geplant weitere Kosten einsparen. Während sich in den USA eine leichte Stabilisierung abzeichne, seien andere Regionen aber weiterhin schwach, warnte Chief Operating Officer (COO) Kevin Rollins vor überzogenen Erwartungen. Denn wenn die Erwartungen zu hoch hingen, könnte Dell sie beim nächsten Mal ja nicht so scheinbar mühelos übertreffen.