ConSors: Opfer der Finanzmarktkrise - DER SPIEGEL
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ConSors Opfer der Finanzmarktkrise

ConSors ist im ersten Quartal 2001 in die roten Zahlen gerutscht. Der Online-Broker macht die depressive Stimmung an den Aktienmärkten dafür verantwortlich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nürnberg - Der Verlust nach Steuern lag im ersten Quartal bei 15,6 Millionen Euro nach einem Plus von 4,4 Millionen Euro im Vorjahr. Schuld sei das schlechte Börsenumfeld im ersten Quartal. "Wir durchleben derzeit die größte Finanzmarktkrise seit 1929", greift Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt zu einem gewagten Vergleich.

Die Zahl der Aktienkäufe und -verkäufe sank im ersten Quartal um 25 Prozent auf 2,5 Millionen Aufträge. In den ersten drei Monaten gewann ConSors zwar 29.000 Neukunden, allerdings wurden gleichzeitig 15.000 Depots geschlossen. Unter dem Strich stieg die Kundenzahl damit um 14.000 auf 540.000.

Schmidt verbreitet trotzdem Optimismus: "Wir sind ein gesundes Unternehmen mit einer sehr hohen Eigenkapitalausstattung und stabilen Eigentumsverhältnissen. Wir lassen uns vom schwachen Markt nicht aus der Ruhe bringen". Aus der Finanzmarkt-Flaute werde man gestärkt, schlank und fit in die Zukunft gehen. Angesichts der anhaltenden Börsenflaute hatte sich ConSors bereits zu Beginn des Jahres einen rigiden Sparkurs verordnet. So sollen rund 15 Prozent des geplanten Budgets von rund 30 Millionen Euro eingespart werden. Die Ausgaben für Marketing sollen fast um die Hälfte auf 23 Millionen Euro schrumpfen. Zudem laufen bis Ende Mai rund 50 befristete Stellen aus.