Continental Aufruhr in Österreich
Hannover - Für die Kosten der Werksschließungen seien für 2001 Rückstellungen in Höhe von 157 Millionen Mark (80,3 Millionen Euro) gebildet worden. Das berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) in ihrer Donnerstagausgabe. Conti-Chef Manfred Wennemer hatte Ende Oktober bereits ein striktes Kostensenkungsprogramm inklusive der Schließung unrentabler Werke angekündigt - ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.
Seit Monaten kämpft Conti in den USA mit Überkapazitäten und roten Zahlen. In den ersten neun Monaten 2001 fiel ein Verlust in Höhe von 77 Millionen Euro an. Conti wollte zu den Streichplänen keine Stellungnahme abgegeben.
Auf der Conti-Streichliste stehen nach HAZ-Informationen bis zum Frühjahr 2002 drei Reifenwerke: Traiskirchen in Österreich, Gislaved in Schweden und Guadalajara in Mexiko. Hinzu kommen nach Angaben aus Konzernkreisen mehrere kleine Standorte von Teves und Temic in den USA.
Die drei Werke galten schon länger als Streichkandidaten. Vor allem in Österreich ist der Aufschrei nun groß. Dort wurde die Belegschaft von einst 4000 auf derzeit 1500 Mitarbeiter dezimiert. Nun soll die österreichische Produktion von Pkw- und Lkw-Reifen dem Vernehmen nach ins tschechische Otrokovice verlegt werden. Damit würde die Belegschaft auf 200 schrumpfen.