Continental: Bedrohtes Werk macht Millionengewinne - DER SPIEGEL
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Continental Bedrohtes Werk macht Millionengewinne

Den Beschäftigten des Automobilzulieferers Continental muss die drohende Schließung der Reifenproduktion Hannover-Stöcken besonders sauer aufstoßen. Einem Pressebericht zufolge gibt es nämlich keinen wirtschaftlichen Grund dafür - die Fabrik arbeitet hoch profitabel.
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Köln - Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet, hat die Produktionsstätte im vergangenen Jahr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 40 Millionen Euro erwirtschaftet. Continental wollte auf Anfrage des Magazins diese Angaben weder bestätigen noch dementieren.

Gestern erst hatten Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschafter an allen 26 deutschen Standorten in Betriebsversammlungen protestiert. Die Belegschaft forderte die Unternehmensspitze auf, die von Wennemer angekündigte Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover-Stöcken zurückzunehmen und eine eindeutige Standorterklärung abzugeben.

Im Stammwerk Stöcken will das Unternehmen die Pkw-Reifenproduktion mit 320 Beschäftigten schließen. Die Gewerkschafter halten dieses Vorgehen für rechtswidrig, weil es den Vereinbarungen vom Mai widerspreche.

Betriebsrat und Gewerkschaften hatten nicht zuletzt zu dem bundesweiten Aktionstag aufgerufen, weil sie befürchten, dass andernorts ebenfalls Arbeitsplätze in Gefahr geraten oder ins Ausland verlagert werden könnten. Sie werfen der Unternehmensspitze vor, sich einseitig an Kapitalinteressen zu orientieren. Conti schreibt derzeit Rekordgewinne.

Die Konzernspitze begründet die Schließung in Hannover damit, dass das Wachstum in der Reifensparte geringer ausgefallen sei als erwartet. Die Produktion in Stöcken sei die kleinste und insgesamt auch die teuerste. Zudem müsse Conti angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus China und Korea auch in den kommenden Jahren konkurrenzfähig sein.

Das Unternehmen erklärte, der Conti-Vorstand setze weiter auf Dialog mit der Belegschaft. "Wir werden auch zukünftig im Gespräch mit den Arbeitnehmervertretungen gangbare Wege finden, um das Unternehmen auf internationalem Spitzenniveau zu halten und im Wettbewerb bestehen zu können", sagte Wennemer. Er wies auch darauf hin, dass die Beschäftigten in Deutschland über 60 Millionen Euro Weihnachtsgeld und zum zweiten Mal übertarifliche Erfolgsbeteiligungen in zweistelliger Millionenhöhe erhielten. Nur ein finanzstarker Konzern könne das leisten.