Continental: Wiederaufstieg in die erste Börsenliga - DER SPIEGEL
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Continental Wiederaufstieg in die erste Börsenliga

Continental hat Börsengeschichte geschrieben: Mit einem harten Sanierungskurs hat das Unternehmen als erstes das Comeback im Dax geschafft - auch weil die Hannoveraner im Kerngeschäft längst nicht mehr auf Reifen setzten.
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Hannover - 1996 schlitterte Continental   in Folge des schwachen Autogeschäfts und durch Zukäufe in die tiefroten Zahlen - und flog prompt aus dem Dax. Die kapitalstärkere Münchener Rück ersetzte den Reifenproduzenten aus Hannover, Continental landete im MDax.

Sieben Jahre nach dem Abstieg aus dem Dax spielt Conti nun ab dem 22. September an wieder in der ersten Börsenliga als eine der 30 wichtigsten Aktiengesellschaften Deutschlands. Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP muss den Aktienindex verlassen.

Marktbeobachter verwundert der Erfolg nicht. "Kaum einen Wehrmutstropfen" gebe es derzeit bei Conti, sagen Analysten der Automobilbranche. Dieses Jahr will der viertgrößte Reifenhersteller der Welt einen operativen Gewinn von 700 Millionen Euro erzielen - das wären immerhin sechs Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Seitdem der Conti-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Wennemer im September 2001 die Unternehmensführung übernommen hat, weht bei Conti ein harter Sanierungs-Wind. Wennemer schloss in Deutschland und im Ausland insgesamt fünf Conti-Werke und verlegte die Produktion in Billiglohn-Länder, vor allem nach Osteuropa. Für Wennemer ist das Ziel damit jedoch noch lange nicht erreicht. Es sei noch viel Sparpotenzial vorhanden, sagt er.

450 Millionen Euro kostete die Restrukturierung, mit der aus dem traditionellen Reifenhersteller Conti ein Autozulieferbetrieb wurde. Mit Elektronik wie Antiblockiersystemen oder Elektronischen Stabilitätsprogrammen, die inzwischen in jedem Kompaktvan längst zur Serienausstattung gehören, verdient der Konzern inzwischen das meiste Geld.

42 Prozent des Gesamtumsatzes macht die Sparte Automotive Systems aus, der Reifenverkauf bringt es gerade noch auf 32 Prozent, die Nutzfahrzeug-Reifen gar nur auf einen Anteil von zehn Prozent. Den Rest erbringt die renditestarke Sparte der Tochter ContiTech, die Schläuche, Luftfedersysteme und andere Spezialteile verkauft.

Die Umstrukturierung zahlt sich jetzt aus: Conti hängt nicht mehr wie früher am Tropf der Autohersteller und deren schwankenden Produktionszahlen: Weil die aktuellen Modelle mit immer mehr Technik vollgestopft sind, verdienen die Hannoveraner an einem produzierten Auto gleich mehrfach - fertigt die Industrie also weniger Wagen, trifft das Conti weniger hart als früher, als sie ausschließlich Reifen lieferten.

Ohne Probleme steht der gewandelte Konzern jedenfalls noch nicht da: Der Schuldenberg beträgt immer noch gut zwei Milliarden Euro - wenngleich die Hannoveraner ihn auch im ersten Halbjahr 2003 um 625 Millionen Euro reduziert haben.

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