Cordes-Abgang: Zetsche steuert auch Mercedes - DER SPIEGEL
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Cordes-Abgang Zetsche steuert auch Mercedes

Der Daimler-Aufsichtsrat hat das Rücktrittsgesuch von Mercedes-Chef Eckhard Cordes angenommen. Sein Nachfolger wird der designierte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche, der damit auch die Kontrolle über die wichtigste Sparte des Konzerns übernimmt.
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Stuttgart - Cordes werde zum 31. August seine Arbeit beenden, teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. Der Mercedes-Chef hatte bereits vor rund drei Wochen dem Aufsichtsrat seine Kündigung angeboten, nachdem er den Machtkampf um die Nachfolge von Konzernchef Jürgen Schrempp verloren hatte.

Schrempp geht zum Jahresende in Rente, Zetsche wird zum 1. Januar 2006 neuer Vorstandschef des Autobauers. Als Nachfolger von Zetsche an der Spitze der US-Tochter Chrysler wird der 51-jährige Tom LaSorda am 1. September seinen Posten antreten, hieß es weiter.

Zetsche wird nach Informationen aus dem Umfeld des Aufsichtsrates gleichzeitig für mindestens ein Jahr oder länger an Stelle von Cordes die Mercedes Car Group (MCG) leiten. Es handele sich nicht nur um eine "kurzfristige Lösung", hieß es. Zur MCG gehören neben der Marke Mercedes auch Smart und die Luxuswagenschmiede Maybach.

Seit der Bekanntgabe des Führungswechsels bei dem deutsch-amerikanischen Autobauer Ende Juli war über den Posten des Mercedes-Chefs Cordes spekuliert worden. Zeitweise hatten sogar Gerüchte die Runde gemacht, VW-Markenchef Wolfgang Bernhard wolle zu seinem früheren Arbeitgeber zurückkehren. Bernhard hatte dies jedoch entschieden zurückgewiesen.

Hat Daimler Schrempps Rücktritt zu spät gemeldet?

Unterdessen wird der Wachwechsel bei DaimlerChrysler   weiter von einer Untersuchung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überschattet. Die Behörde prüft, ob der Konzern zu spät den Rücktritt von Vorstandschef Schrempp gemeldet hat.

Eine Sprecherin der BaFin sagte heute in Bonn, der Konzern habe am 28. Juli um 10.32 Uhr mit einer ad-hoc-Meldung mitgeteilt, dass Schrempp zum Jahresende zurücktreten werde. Zuvor habe es aber schon Hinweise auf den Rücktritt in Agenturmeldungen gegeben. DaimlerChrysler gab dazu am Montag keinen Kommentar ab.

Die BaFin hat inzwischen eine förmliche Untersuchung eingeleitet, um mögliche Kursmanipulationen und Insiderhandel mit Aktien von DaimlerChrysler im Zusammenhang mit der Rücktrittserklärung von Schrempp zu prüfen. Deshalb seien alle Banken aufgefordert worden, ihre Wertpapiertransaktionen mit DaimlerChrysler-Aktien und den Namen der handelnden Personen an die BaFin zu melden. Dieses Verfahren könne aber Wochen dauern, sagt die BaFin-Sprecherin.