Credit Suisse: Schweizer Großbank macht Milliardengewinn - DER SPIEGEL
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Credit Suisse Schweizer Großbank macht Milliardengewinn

Erleichterung auf Europas Finanzplätzen: Das größte Schweizer Geldhaus Credit Suisse weist für das zweite Quartal einen Milliardengewinn aus - und rechnet mit einer positiven Entwicklung in allen Geschäftsbereichen.
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Zürich - Die Schweizer Großbank Credit Suisse  lässt die Bankenszene aufatmen: Sie hat mit einem Gewinn-Plus nach enttäuschenden Zahlen der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley   die Bankenbranche beruhigt: Im zweiten Quartal 2009 erzielte sie dank florierender Geschäfte im Investmentbanking einen Milliardengewinn. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte das Ergebnis um 29 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken zu. Das sind umgerechnet rund 1,04 Milliarden Euro. Dies teilte das Institut am Donnerstag mit.

Credit Suisse, die als erste europäische Großbank ihren Zwischenbericht vorlegten, übertraf damit die von Analysten geschätzten 1,4 Milliarden Franken. Die Zahlen gelten als möglicher Indikator für die Ergebnisse anderer europäischer Geldhäuser mit starkem Kapitalmarktgeschäft wie etwa Deutsche Bank  , die kommende Woche Ergebniszahlen veröffentlicht.

Credit Suisse, die den von der Finanzkrise gebeutelten Erzrivalen UBS   als Schweizer Bank mit der höchsten Marktkapitalisierung abgelöst hat, gab trotzdem einen vorsichtigen Ausblick ab. "Das weltweite wirtschaftliche Umfeld dürfte anspruchsvoll bleiben, und es ist weiterhin mit wechselhaften Bedingungen für unser Geschäft zu rechnen", erklärte Konzernchef Brady Dougan. "Sollten sich die Marktbedingungen aber weiter verbessern, rechnen wir mit einer positiven Entwicklung in allen Geschäftsbereichen." Credit Suisse sei jedoch auch in der der Lage, erfolgreich zu arbeiten, wenn das Marktumfeld wieder schwieriger werde.

Das zweite Quartal wurde von Sondereffekten belastet. Bewertungsverluste auf dem Fremdkapital drückten das Ergebnis um 1,1 Milliarden Franken, ein Vergleich mit der US-Chemiefirma Huntsman um weitere 0,5 Milliarden. Beide Werte waren höher als Analysten erwartet hatten. Der wichtigste Gewinntreiber war das Investmentbanking mit einem Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Franken. In Bereichen wie Zinsprodukte, im Devisenhandel, im Handel mit festverzinslichen Produkten hoher Bonität oder im Aktiengeschäft profitierte Credit Suisse von den Problemen vieler Wettbewerber.

Das Private Banking steuerte 0,9 Milliarden Franken zum Gewinn vor Steuern bei und verbuchte Netto-Neugelder von 10,7 Milliarden Franken. In den fortzuführenden Geschäftsbereichen beliefen sich die Kundenvermögen zum Ende des zweiten Quartals auf 1175 Milliarden Franken. Dies entspreche einer Steigerung um 4,8 Prozent gegenüber dem Ende des ersten Quartals 2009 und sei hauptsächlich auf die günstigen Marktentwicklung und Neugeld-Zuflüsse zurückzuführen, erklärte der fünftgrößte Vermögensverwalter der Welt. Die starke Kapitalbasis dürfte bei den Kunden vertrauen geschaffen haben.

Die Kernkapitalquote stieg auf 15,5 Prozent von 14,1 Prozent im März. Schwachpunkt bei Credit Suisse bleibt das Asset Management für institutionelle Kunden. Zwar fand der Bereich mit einem Vorsteuergewinn von 55 Millionen Franken in die Gewinnzone zurück. Gleichzeitig flossen unter dem Strich aber auch 4,1 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen ab.

cha/Reuters/dpa

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