Creditreform: Mehr Pleiten denn je - DER SPIEGEL
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Creditreform Mehr Pleiten denn je

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet für 2001 mit einem Schaden von 75 Milliarden Mark.
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Düsseldorf - In den ersten zwei Quartalen 2001 verzeichnete Creditreform rund 14.500 Insolvenzen. Das sind 10,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Erstmals seit 1996 sei die Zahl der Pleiten wieder zweistellig gewachsen, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Rödl. Rund 250.000 Beschäftigte haben durch die Unternehmenszusammenbrüche ihren Job verloren. Für das Gesamtjahr rechnet Rödl mit insgesamt 30.000 Firmenpleiten und einem Schaden von 75 Milliarden Mark.

Besonders deutlich ist der Zuwachs der Unternehmenszusammenbrüche in Ostdeutschland. Hier waren im Vorjahresvergleich 22,9 Prozent mehr Firmen betroffen als in Westdeutschland. 4300 insolventen Firmen im Osten standen im ersten Halbjahr 2001 im Westen 10.200 Unternehmen gegenüber. "Diese Zahlen geben allen Anlass zur Sorge", meinte der Wirtschaftsexperte.

Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung wurden in Ostdeutschland mehr Unternehmen ab- als angemeldet. Zwischen Januar und Juni wurden laut Creditreform 67.800 Betriebe aus den Handels- und Gewerberegistern getilgt, gleichzeitig aber nur 64.900 neue Unternehmen in die Register eingetragen. Während im Osten die Zahl der Gewerbeanmeldungen um 8,8 Prozent zurückging, stieg sie im Westen um 3,5 Prozent auf 350.500.

Im Dienstleistungsbereich ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres die Zahl der zahlungsunfähigen Unternehmen stark angestiegen. Im Westen waren 4406, im Osten 1281 Dienstleister betroffen. Nach wie vor trägt aber der Bau das höchste Insolvenzrisiko aller Branchen, wie Rödl betonte. Ein Ende der Talsohle im Bausektor sei nicht in Sicht. Vielmehr hätten die Baugenehmigungen für Wohnungen gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent abgenommen. "Der Bau hat eine Krisenlage erreicht, die sich von jeder Konjunkturentwicklung abgekoppelt hat", sagte Rödl weiter.