Dachfonds: Top sind nur wenige - DER SPIEGEL
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Dachfonds Top sind nur wenige

Statt in einzelne Aktien investieren Dachfonds in andere Fondspapiere. Das macht sie für Anleger interessant, die sich nicht ständig mit der Pflege ihres Portfolios befassen wollen. Sorgfalt bei der Auswahl ist dringend geboten - längst nicht alle liefern die versprochene Rendite.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sie scheinen auf den ersten Blick wie ein Investment mit Gewinngarantie: Dachfonds. Statt wie herkömmliche Fonds ein eigenes Aktienportfolio zusammenzustellen, beteiligen sie sich lieber an Fonds, die die besten Aussichten versprechen. Das Risiko einer solchen Anlage scheint deshalb gering - schließlich werden Beteiligungen gewählt, die von ausgefuchsten Börsenprofis gemanaged werden.

Wer Dachfonds deshalb schon als Gelddruckmaschine betrachtet, der könnte womöglich ein böses Erwachen erleben. Denn längst nicht alle bieten gute Renditechancen. Das belegt nicht zuletzt der Härtetest, dem "Finanztest" diese Anlageform unterzogen hat.

Keine Wunderwaffe gegen Abgeltungsteuer

Auf die Rendite drücken nicht zuletzt die externen Kosten wie etwa Steuern oder Gebühren. Anders als oft in der Finanzbranche behauptet, gelten im Hinblick auf die Abgeltungsteuer für Dachfonds die gleichen Regelungen wie für andere Fondsarten auch. Ab 2009 müssen Anleger auf ihre Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden einheitlich 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

Für Fondsanteile, die Anleger ab 2009 kaufen, gilt die Abgeltungsteuer darüber hinaus auch für Kursgewinne. Sie fällt für Erträge und Gewinne über dem Sparerpauschbetrag (801/1602 Euro im Jahr für Alleinstehende/Ehepaare) an. Die Banken führen sie direkt an das Finanzamt ab. Einzig Umschichtungen innerhalb des Fonds bleiben steuerfrei.

Manager von Dachfonds investieren in andere Fondspapiere wie Aktien- oder Rentenfonds. Dabei haben vor allem Dachfonds der Gruppe Aktienfonds Welt eine relativ stabile Wertentwicklung. Kursausschläge nach oben oder unten halten sich hier besonders in Grenzen. Größeres Risiko, aber auch größere Renditechancen versprechen Dachfonds aus anderen Gruppen, etwa aus der Gruppe Mischfonds.

Vorsicht bei neuen Produkten

Wer in Dachfonds investieren möchte, sollte sich die Zusammenstellung sorgfältig ansehen. Bei neu aufgelegten Dachfonds ist generell Vorsicht angebracht. Auch wenn Anbieter das Fondskonzept dieser Papiere in den höchsten Tönen loben: Anleger können kaum abschätzen, wie erfolgreich die Fonds tatsächlich sind. Das Risiko, einen Flop zu kaufen, ist sehr hoch.

Viele Anleger versprechen sich von einer Investition in Dachfonds eine Art Vermögensverwaltung. Fondsmanager sollen die Gelder je nach Börsenlage sicherer oder spekulativer anlegen und dadurch kontinuierlich hohe Vermögenszuwächse erwirtschaften. Doch dieser Vorstellung kommen Mischfonds oft näher als Dachfonds. Sie investieren aber nicht in Fonds, sondern in Aktien und Anleihen. Natürlich werden auch einige Dachfonds angeboten, die solche Fonds bündeln.

Hohe Kosten

Ein kritischer Blick sollte auch auf die Nebenkosten fallen. Dabei gilt es zu kalkulieren, dass Dachfonds im Prinzip die doppelten Managementkosten haben. Neben dem Management für den Fonds selbst müssen Anleger indirekt auch das Management der im Fonds enthaltenen Papiere finanzieren. Daher gelten Dachfonds oft als Kostentreiber. Das muss aber nicht sein. Die Renditen der Dachfonds im Testkompass sind auch unter Berücksichtigung aller Gebühren und Kosten akzeptabel.

Vor allem die beiden Multi-Opportunities-Fonds der DWS zeigen, dass die Anlegergelder gut investiert sind. Sie brachten in den vergangenen Jahren eine durchschnittliche Rendite von mehr als elf Prozent pro Jahr. Das zeigt: Auch bei Dachfonds sollten Anleger nicht blind einen beliebigen Fonds kaufen.

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