Daewoo: Das Rennen beginnt - DER SPIEGEL
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Daewoo Das Rennen beginnt

Die drei weltgrößten Autokonzerne haben sich um einen Einstieg bei Daewoo beworben. DaimlerChrysler, General Motors und Ford werden mit voller Kraft um den koreanischen Autobauer kämpfen, denn er ermöglicht einen leichten Zugang zum asiatischen Automarkt.
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Seoul - Nach Angaben des Büros für die Versteigerung von Daewoo gaben die drei Konzerne am Montag allein oder mit Partnern unverbindliche Angebote für die erste Runde der Versteigerung des Unternehmens ab. Während Ford alleine bietet, reichten Branchenprimus GM gemeinsam mit Fiat und DaimlerChrysler mit seinem neuen koreanischen Partner Hyundai Gebote ein.

Daewoo leidet unter einer Schuldenlast von etwa 16 Milliarden Dollar. Die Versteigerung soll bis September abgeschlossen sein. Einzelheiten der Gebote wurden nicht genannt. Daewoo Motor gehört zur ebenfalls hoch verschuldeten Daewoo-Gruppe. 1999 setzte Daewoo Motor knapp 946.000 Fahrzeuge ab. Das Unternehmen verfügt über Werke mit einer Kapazität von zwei Millionen Fahrzeugen, davon drei in Korea und elf im Ausland. In Korea hatte Daewoo nach Branchenangaben zuletzt einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent.

Am Montag lief die Frist ab, innerhalb der Interessenten ihre ersten unverbindlichen Gebote für Daewoo abgeben mussten. Das mit der Versteigerung beauftragte Komitee will noch in dieser Woche einen oder zwei Interessenten für intensivere Verhandlungen auswählen.

Die Sprecherin der Bieterabteilung von Ford, Meera Kumar, sagte in Seoul, Daewoo würde gut zu Ford passen. "Wo Daewoo stark ist, sind wir schwach", sagte sie mit Blick auf die starke Position des Ford-Konzerns in Nordamerika und Europa. Dagegen habe Daewoo in Asien einen gut eingeführten Markennamen und verfüge als weitere Stärken über Werke unter anderem in Polen, Indien, der Ukraine und Usbekistan. "Es ist kein Geheimnis, dass die Automärkte in Nordamerika und Europa nahezu gesättigt sind", sagte Kumar. Künftiges Wachstum werde aus Asien kommen, wo Ford noch nicht ausreichend aufgestellt sei.

GM-Präsident Richard Wagoner teilte in einer in Seoul veröffentlichten Erklärung mit, der Geschäftsplan von GM für Daewoo biete die beste Möglichkeit für eine schnelle Normalisierung und bewahre die Identität, die Marke und die Fähigkeit des Unternehmens, unabhängig im Wettbewerb zu bestehen. Im Rahmen des GM-Angebots soll der US-Konzern der größte Daewoo-Eigner werden, die Daewoo-Gläubiger sollten dann 30 Prozent und Fiat 20 Prozent der Anteile halten. GM war zuletzt eine Allianz mit dem italienischen Autohersteller Fiat mit gegenseitiger Kapitalverbindung eingegangen. Der US-Konzern war zudem lange Zeit an Daewoo beteiligt gewesen und hatte 15 Jahre lang mit dem Unternehmen zusammengearbeitet. 1992 war die Kooperation wegen Differenzen über Strategien für den Verkauf und das Marketing beendet worden.

DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Eckhard Cordes sagte, bei dem gemeinsamen Angebot mit Hyundai gehe es zunächst darum, Daewoo genau prüfen zu können. Er betonte, dass die Gebote völlig unverbindlich seien. Zunächst würden die möglichen Vorteile einer potenziellen Allianz mit Daewoo untersucht. "Macht es keinen Sinn, stoppen wir es", sagte Cordes in einer Telefonkonferenz mit Analysten in Seoul. Er verwies darauf, dass es weiter Leitlinie des Stuttgarter Konzerns sei, den Wert für die eigenen Aktionäre zu steigern. In Branchenkreisen hieß es, Konzernchef Jürgen Schrempp zeige kein besonderes Interesse, auch bei Daewoo einzusteigen.

Einige Analysten sagten, es sei unklar, ob DaimlerChrysler Daewoo wirklich gebrauchen könnte. "DaimlerChrysler dürfte nicht so stark an Daewoo interessiert sein, wie es Hyundai ist", sagte ein Analyst. Insgesamt halten die Branchenbeobachter Daewoo für durchaus interessant für die großen Autokonzerne, die danach strebten, ihren Anteil am asiatischen Markt auszubauen.