Daewoo: General Motors will billig kaufen - DER SPIEGEL
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Daewoo General Motors will billig kaufen

Zu einem Dumping-Preis könnte der verschuldete südkoreanische Autobauer Daewoo doch noch einen Käufer finden: General Motors steht angeblich kurz vor einem Abschluss.
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Seoul - General Motors (GM) und sein italienischer Partner Fiat führten "guten Willens" Vorgespräche mit Daewoo Motor, teilten die Beteiligten am Montag mit. Sie sind als einzige Bieter übriggeblieben, nachdem Ford nach eingehender Prüfung auf eine Übernahme verzichtet hatte. Auch andere Interessenten, darunter DaimlerChrysler, hatten abgewunken.

Bei den Verhandlungen gehe es um die Übernahme des Pkw-Bereichs, hieß es weiter. Auch sollte eine neuerliche, gewissenhafte Überprüfung aller Aktivitäten und Vermögenswerte von Daewoo Motor stattfinden. Ein Kaufpreis könnte schon bald bekannt gegeben werden.

Laut der Londoner "Times" will GM anbieten, 50 Prozent von Daewoo Motor zu übernehmen; 20 Prozent seien Fiat zugedacht. Der Rest solle in den Händen der Gläubiger, weiterer Aktionäre und der Mitarbeiter verbleiben.

GM will mit der Übernahme sein Standbein in Asien verstärken und Zugriff auf weitere Werkskapazitäten sowie neue Vertriebskanäle erhalten. Experten vermuten, GM wolle nun vor allem den Preis drücken, nachdem der Ford-Rückzug alle Beteiligten in Südkorea unter großen Druck gebracht hatte. "Der endgültige Preis für Daewoo wird sehr viel niedriger liegen als die ursprünglichen Angebote", sagte ein Analyst in Seoul. GM und Fiat hatten im Juni vier Milliarden Dollar geboten. Die "Financial Times" rechnet nun mit einem Angebot von zwei bis drei Milliarden Dollar.

Der Verkauf von Daewoo Motor ist das Kernelement bei der Auflösung der im vergangenen Jahr unter einem riesigen Schuldenberg zusammengebrochenen Daewoo-Gruppe, dem einst zweitgrößten Industriekonglomerat des Landes. Die Gruppe hat Schulden von 79 Milliarden Dollar, die Tochter Daewoo Motor steht mit 16 Milliarden Dollar in der Kreide. Die Daewoo-Werke haben eine Kapazität von jährlich zwei Millionen Neuwagen.