Daewoo-Übernahme Ford sticht DaimlerChrysler aus
Seoul - Ford, der zweitgrößte Autoproduzent der Welt, wurde auf Grund des höchsten Angebots zum exklusiven Verhandlungspartner für die Übernahme von Daewoo ausgewählt. Das teilte am Donnerstag der für die Versteigerung zuständige Ausschuss in Seoul mit.
Das Komitee wolle die Verhandlungen mit Ford über die Übernahme Daewoos sofort aufnehmen, hieß es in einer Erklärung. Ford habe damit die Möglichkeit, für etwa sechs Wochen einen genauen Blick in die Bücher Daewoos zu werfen.
Nach südkoreanischen Medienberichten legte Ford ein Angebot über sieben Billionen Won vor, etwa 13 Milliarden Mark. Damit liege das Angebot deutlich höher als das der beiden rivalisierenden Bieterkonsortien, berichtete die nationale Agentur Yonhap unter Berufung auf Industriekreise.
Neben den Weltmarktführern Ford und GM aus den USA reichte auch der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler zusammen mit Südkoreas Branchenführer Hyundai ein eigenes, unverbindliches Gebot für die Daewoo-Auktion ein.
Allerdings gab Konzernchef Jürgen Schrempp zuvor in einem Zeitungsinterview klar zu erkennen, dass er im Gegensatz zu Hyundai Motor Co. nicht an Daewoo interessiert sei. Ein Hyundai-Sprecher hatte dagegen erklärt, dass DaimlerChrysler über Hyundai an die Kontrolle von Daewoo kommen wolle. Nach einem erfolgreichen Gebot hätte Daimler die Beteiligung an Hyundai wieder abgeben sollen.
Der Kauf Daewoos wird als Gelegenheit für die ausländische Autokonzerne gesehen, die Präsenz auf den wachstumsträchtigen asiatischen Automärkten zu stärken und sich besseren Zugang zum quasi abgeschotteten koreanischen Markt zu verschaffen.