DaimlerChrysler 3000 Metaller im Ausstand
Stuttgart - Die Beschäftigten hätten in 20 Betrieben im Südwesten bis zu drei Stunden lang die Arbeit ruhen lassen, teilte ein Sprecher der Landes-IG Metall in Stuttgart mit. Für die Spätschicht seien am Abend weitere Proteste geplant.
IG Metall-Bezirkschef Berthold Huber forderte die Arbeitgeber auf, die von den Warnstreiks ausgehenden Signale ernst zu nehmen und bei der dritten Tarifrunde am kommenden Montag Willen zur Einigung zu zeigen.
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall verurteilte die Proteste. Sie schadeten dem Ansehen der gesamten Branche, sagte Südwestmetall-Chef Otmar Zwiebelhofer.
Neuer Tarifvertrag könnte Pilotfunktion für ganz Deutschland einnehmen
Die IG Metall hatte zu den Warnstreiks und Protesten aufgerufen, um im Tarifstreit über die Weiterbildung und Mitbestimmung der Beschäftigten Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie verhandeln derzeit über einen Tarifvertrag, der bei einem erfolgreichen Abschluss bundesweiten Pilotcharakter einnehmen könnte.
Die IG Metall verlangt einen individuellen Rechtsanspruch auf Weiterbildung für die rund 820.000 Beschäftigten der Branche, was die Arbeitgeber ablehnen. Bisher sind sich beide Seiten aber noch nicht näher gekommen.
DaimlerChrysler: Keine nennenswerten Produktionsausfälle
Von den Warnstreiks waren nach Gewerkschaftsangaben auch das Daimler-Werk Untertürkheim und weitere Werkteile betroffen. Mehr als 3000 Beschäftigte der Frühschicht hätten vorzeitig die Arbeitsplätze verlassen und seien bereits am Mittag nach Hause gegangen, teilte die IG Metall mit. Nennenswerte Produktionsausfälle habe es nicht gegeben, sagte jedoch eine DaimlerChrysler-Sprecherin.
Am Freitag will die IG Metall die Aktionen nach eigenen Angaben ausweiten. So würden bei einer Kundgebung vor dem Daimler-Werk Sindelfingen weit über 10.000 Teilnehmer erwartet.