DaimlerChrysler: Ärger mit Montagsautos - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Ärger mit Montagsautos

Eine teure Erblast könnte Chrysler-Chef Dieter Zetsche noch zu schaffen machen. Jahrelang soll Chrysler seinen Kunden wieder hergestellte Montagsautos verkauft haben, ohne sie über deren Historie zu informieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Diese im amerikanischen Sprachgebrauch als "Lemons" (Zitronen) bezeichneten Fahrzeuge wurden nach erfolgter Reparatur zum größten Teil wieder an andere Kunden verkauft.

Rückkäufe defekter Autos und ihr Wiederverkauf nach erfolgter Reparatur ist bei den US-Autokonzernen üblich. Die Händler erhalten Mitteilungen, warum die Fahrzeuge von den Autoherstellern zurückgekauft wurden. Die Händler sind verpflichtet, die Kunden über die vorherigen Probleme zu informieren, ehe sie die Autos weiter verkaufen.

Wie das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat die DaimlerChrysler-Tochter in diesen Fällen ihre Kunden aber nicht ausreichend über die ursprünglichen Mängel dieser Autos aufgeklärt. In einem jetzt im US-Bundesstaat North Carolina entschiedenen Gerichtsverfahren konnten Verbraucherinitiativen dem Auto-Hersteller jetzt zu ersten Mal eine solche Pflichtverletzung nachweisen.

Ein Ehepaar aus dem Wake-Bezirk hatte einen 1996er Dodge Caravan gekauft, ohne darüber aufgeklärt zu werden, dass es sich um ein wieder hergestelltes Montagsauto handelte. Der Anwalt des Ehepaares, H.C. Kirkart legte dem Gericht interne Firmendokumente vor, die Chryslers Beteiligung an der Vertuschung belegten. Mehr noch: In rund 60 Prozent der 850 untersuchten Fälle hatte Chrysler Einfluss auf den Wiederverkauf genommen.

Sollten sich die Informationen als zutreffend herausstellen, könnte es für Chrysler teuer werden. Seit 1993 hat das Unternehmen insgesamt 58.000 Montagsautos im Wert von rund 1,3 Milliarden Dollar zurückgenommen. Rund zwei Drittel der Summe wurden anschließend bei Versteigerungen an Händler wieder hereingeholt.

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