DaimlerChrysler: Arbeitnehmer-Vertreter stärken Schrempp den Rücken - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Arbeitnehmer-Vertreter stärken Schrempp den Rücken

Nach der überraschenden Abkehr vom japanischen Partner Mitsubishi ist DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp massiv unter Druck geraten. Doch wirklich gefährdet ist er nicht. Der Arbeitnehmerflügel des Aufsichtsrats stärkte ihm jetzt demonstrativ den Rücken.
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Frankfurt am Main - "Am 7. April wurden Entscheidungen zum Vertrag von Herrn Schrempp getroffen. Ich sehe keine Veranlassung, darüber neu zu spekulieren", sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Daimler-Chrysler -Betriebsratschef Erich Klemm dem "Handelsblatt".

Damit stellen sich die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die knapp die Hälfte des Gremiums repräsentieren, ungeachtet wachsender Kritik hinter den Konzernlenker. Der Aufsichtsrat will am Donnerstag über die Konsequenzen aus dem brisanten Rückzug und damit auch über die Zukunft von Schrempp beraten.

Dabei werden auch die Angriffe von Managern großer Aktienfonds gegen Schrempp eine Rolle spielen. Erst hatte DWS-Mann Kaldemorgen wegen des Mitsubishi-Desasters harsche Kritik geübt, dann tat es ihm Deka-Fondsmanager Schneider gleich. Er forderte den Rücktritt Schrempps. Der Direktor der Fondsgesellschaft Deka Investment, Michael Schneider verlangte, Schrempp müsse die Konsequenzen aus dem fehlgeschlagenen Mitsubishi-Engagement ziehen. Das habe der Konzernchef einst auch von seinem Vorgänger Edzard Reuter verlangt.

Das Unternehmen habe in den vergangenen fünf Jahren 40 Milliarden Euro Börsenkapitalisierung verloren. "Natürlich kann man da die Frage stellen, ob derjenige, der das zu verantworten hat, daraus die Konsequenzen ziehen soll. Meine persönliche Antwort darauf lautet: Ja", zitiert des "Handelsblatt" Schneider.

Auch der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, übte heftige Kritik am DaimlerChrysler-Chef. "Schrempp ist stark angeschlagen", zitierte ihn der Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Der Rückzug von Mitsubishi sei das Ende von Schrempps Vision, einen Weltkonzern zu schmieden. "Schrempp steht unter gewaltigem Druck und arbeitet jetzt nur noch daran, seine eigene Reputation zu retten", wurde Hocker weiter zitiert. Ob der Manager es schaffe, bis 2008 - dem Auslaufen seines Vertrags - im Amt zu bleiben, sei fraglich.