DaimlerChrysler: Betriebsrat bereitet Schaukampf vor - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Betriebsrat bereitet Schaukampf vor

Mit seinen drastischen Kürzungsplänen hat Mercedes-Chef Jürgen Hubbert die Belegschaft gegen sich aufgebracht. Der Betriebsrat kündigte erste Kampfmaßnahmen an.
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Stuttgart - Am 15. Juli werde es an allen deutschen Standorten von DaimlerChrysler "sichtbare Aktionen" geben, sagte Erich Klemm, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates. Im Werk Sindelfingen soll überdies schon morgen die so genannte Flexischicht ausfallen. Dadurch könne DaimlerChrysler etwa tausend Autos nicht bauen. Der Betriebsrat hat nach Klemms Angaben die dafür notwendigen Überstunden nicht genehmigt.

Seit Wochen verhandelt der DaimlerChrysler-Vorstand mit dem Betriebsrat über Einsparungen in den Pkw-Werken. Ein Abschluss sei Voraussetzung für den Bau neuer Modelle und die Sicherung von 10.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis zum Jahr 2012, sagte Klemm. Hubbert hatte zuvor vor allem die Personalkosten in Sindelfingen kritisiert und mit einer Verlagerung der C-Klasse-Produktion nach Bremen gedroht.

Nachdem eine Einigung zeitweise möglich schien, hat der Vorstand die Gangart offenbar nochmals verschärft. Die nun geforderte Einsparungssumme bezifferte Klemm auf 500 Millionen Euro pro Jahr. Klemm schätzt, dass die vom Vorstand geplanten Sparmaßnahmen im Rahmen der Umsetzung des Entgeltrahmentarifvertrags (ERA) die Arbeitnehmer nochmals rund 500 Millionen Euro kosten könnte.

"Die Fronten bei den Verhandlungen sind sehr verhärtet", sagte Klemm am Donnerstag. Dennoch soll weiterverhandelt werden. Mercedes-Chef Hubbert hat in mehreren Gesprächen einige der Tarifregelungen - etwa in Baden-Württemberg - als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet. Dazu gehöre etwa die so genannte Steinkühler-Pause von fünf Minuten pro Stunde oder Spätschichtzuschläge schon ab 12 Uhr. Nach Angaben des Betriebsrats will das Unternehmen auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Mehrarbeitszuschläge kürzen.

Nach Klemms Berechnungen würden die Sparpläne des DaimlerChrysler-Vorstandes für viele Arbeiter Einbußen von 700 Euro im Monat bedeuten. Dies würden die IG Metall und der Betriebsrat nicht kampflos hinnehmen. In der Pkw- und Nutzfahrzeugproduktion von DaimlerChrysler sind in der Bundesrepublik 160.000 Mitarbeiter beschäftigt.