DaimlerChrysler bizarr: Der Redner kam als Nikolaus - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler bizarr Der Redner kam als Nikolaus

Denkzettel für Jürgen Erich Schrempp: Die Hauptversammlung hat den DaimlerChrysler-Chef zwar entlastet, aber mit deutlich weniger Ja-Stimmen als früher. Bei aller ernsthafter Kritik - die Versammlung wurde durch ungewöhnliche Redner bereichert.
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Berlin - So stellte sich ein Kleinaktionär im knallroten Nikolauskostüm ans Rednerpult. Er monierte unter anderem, dass er sich nicht in die im Congress Centrum ausgestellte mehrere hunderttausend Euro teure Luxuslimousine Maybach haben setzen dürfen. Bei Porsche habe es solche Probleme nicht gegeben.

Ein anderer Redner gab an, zwölf Stunden aus dem Schwarzwald mit dem Zug angereist zu sein. Seine einzige Frage war die nach der Bedeutung der Initiale "E" im Namen von Vorstandschef Jürgen E. Schrempp. Das heiße Erich, antwortete Schrempp knapp.

Trotz lauter Kritik an seiner Umsetzung der "Welt AG"-Strategie sind Vorstand und Aufsichtsrat entlastet worden - aber mit deutlich weniger Ja- Stimmen als im Vorjahr. Aufsichtsratschef Hilmar Kopper verkündete am Mittwochabend, dass der Vorstand um Konzernchef Jürgen Schrempp mit 88,49 Prozent entlastet worden sei. Im Jahr davor waren es noch 99,44 Prozent.

Ein bisschen mehr Schrempp geht immer

Ein ähnliches Bild gab es beim Aufsichtsrat: Er wurde mit 87,28 Prozent entlastet, auf der Hauptversammlung 2003 waren es 99,34 Prozent. Beobachter führten den Rückgang darauf zurück, dass diesmal auch große Aktienfonds den Führungsgremien die Entlastung verweigert haben.

Nach der Hauptversammlung am späten Mittwochabend verlängerte der Aufsichtsrat dann Schrempps Vertrag bis 2008. Eine entsprechende Absichterklärung hatte das Aufsichtsgremium schon vor einigen Wochen veröffentlicht.

Der neu gebildete Aufsichtsrat bestätigte in seiner konstituierende Sitzung Hilmar Kopper, 69, in seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender. Der frühere Deutsche-Bank- Chef steht dem Gremium bis zur Hauptversammlung im Frühjahr 2007 vor.