DaimlerChrysler: Blutverlust gestoppt - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Blutverlust gestoppt

Der Absatz fällt, doch das Ergebnis steigt: DaimlerChrysler scheint die Krise bei der US-Sparte Chrysler in den Griff zu bekommen. Insgesamt weist der Konzern im Quartal wieder einen Milliarden-Betriebsgewinn aus. Wenn nur das Lkw-Geschäft nicht wäre.
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Stuttgart/Auburn Hills - DaimlerChrysler ist operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dank eines Betriebsgewinnes von 127 Millionen Euro bei der US-Sparte Chrysler erwirtschaftete der deutsch-amerikanische Autokonzern insgesamt in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein operatives Plus von mehr als einer Milliarde Euro. Im ersten Quartal 2001 hatte DaimlerChrysler noch einen Betriebsverlust von rund 610 Millionen Euro ausweisen müssen. Das Ergebnis des Konzernes belief sich auf 0,5 Milliarden Euro, nach einem Minus von 0,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Der Autobauer setzte in den ersten drei Monaten weltweit 1,1 Millionen Fahrzeuge ab.

Der Quartalsumsatz des Konzerns stieg entgegen den Erwartungen von Analysten in den ersten drei Monaten um sieben Prozent auf 36,9 Milliarden Euro. Im Vergleichzeitraum des Vorjahres hatte DaimlerChrysler noch einen Umsatz von 35,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte den Aktionären bereits auf der Hauptversammlung Mitte April einen kleinen Vorsteuergewinn bei Chrysler angekündigt. Die US-Sparte kehrt damit nach sechs verlustreichen Quartalen wieder in die Gewinnzone zurück - der Sanierungsplan bei Chrysler scheint offenbar erste Früchte zu tragen. Der Kurs der Daimler-Aktie gab dennoch in einem schwachen Marktumfeld um 3,65 Prozent auf 50,72 Euro nach.

Schrempp sagte in Stuttgart, er erwarte für das Gesamtjahr einen leichten Umsatzrückgang von 152,9 Milliarden auf rund 150 Milliarden Euro. Die US-Sparte Chrysler werde - eine weitere Erholung des US-Marktes vorausgesetzt - auch im Gesamtjahr schwarze Zahlen schreiben. Die Verkäufe bei Chrysler nahmen im ersten Quartal allerdings um sieben Prozent auf 675.800 Einheiten ab. Gründe seien die schlechte US-Konjunktur und der Preiskampf auf dem US-Markt gewesen.

Trotz eines zweiprozentigen Absatzrückgangs trug die in der Vergangenheit gewinnträchtigste Konzernsparte Mercedes Benz und Smart erneut mit rund 700 Millionen Euro den größten Teil zum positiven Gesamtergebnis bei. Im ersten Quartal 2001 hatten Mercedes Benz und Smart ebenfalls einen operativen Gewinn von 700 Millionen Euro in die Konzernbilanz eingebracht. Nach Angaben des Konzerns hat der "hervorragende Start der neuen E-Klasse" zu dem positiven Ergebnis beigetragen.

Die Nutzfahrzeugsparte jedoch verbuchte in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von 85 Millionen Euro. Nach den Worten von Konzernchef Schrempp werde am Ende des Jahres jedoch operativ ein leicht positives Ergebnis zu verzeichnen sein. Die DaimlerChrysler-Nutzfahrzeuge hatten vor allem wegen der Probleme bei der US-Lkw-Sparte Freightliner im ersten Quartal 2001 einen Verlust von 138 Millionen Euro eingefahren.

Ende März beschäftigte DaimlerChrysler nach eigenen Angaben rund 372.000 Arbeiter und Angestellte, nach 410.000 im Jahr davor. In dieser waren aber noch die Beschäftigten bei der ehemaligen Bahntechniktochter Adtranz und der inzwischen zu Continental gehörenden TEMIC enthalten. Die Sanierungsbemühungen bei Chrysler und Freightliner hätten rund 10.000 Arbeitsplätze gekostet, so das Unternehmen.

Von Mitsubishi Motors erwartet der Konzern einen positiven Ergebnisbeitrag für 2002. Für die zweite Jahreshälfte rechnet der japanische Automobilkonzern mit einer Stabilisierung der Absatzzahlen in Japan. Die Sparte Nutzfahrzeuge dürfte ein positives operatives Ergebnis beitragen, das über dem Vorjahr liegen wird, heißt es.