DaimlerChrysler: Brüssel fordert 140 Millionen Mark - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Brüssel fordert 140 Millionen Mark

Das Verfahren läuft seit 1999, nun steht offenbar die Höhe des Bußgeldes fest: Weil DaimlerChrysler billige Auto-Reimporte behindert haben soll, verlangt die EU 70 Millionen Euro Strafe. Die Wettbewerbshüter prüfen ähnliche Vorwürfe gegen Peugeot und Renault.
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Frankfurt - Wie die "Financial Times" und Reuters unter Berufung auf EU-Kreise berichten, wird Wettbewerbskommissar Mario Monti die 70-Millionen-Euro-Strafe am Mittwoch der EU-Kommission vorschlagen.

Bisher war lediglich bekannt, dass sich die Strafe in der Spanne zwischen 80 und 180 Millionen Mark bewegen würde. Montis 19 Kommissionskollegen müssen über das Bußgeld zwar noch abstimmen. Informierte Kreise glauben aber laut Presseberichten, dass Montis Vorschlag ohne Debatte angenommen wird.

Der Wettbewerbskommissar wirft dem Stuttgarter Konzern vor, dass er seine Handelsfilialisten in Europa dazu anwies, grenzüberschreitende Autoverkäufe zu behindern. So seien auf Märkten wie dem deutschen künstlich hohe Preise für Automobile geschaffen worden.

Im Gegensatz zu Volkswagen hätten die Stuttgarter aber keine systematische Politik der Marktabschottung praktiziert. Nach EU-Regeln dürfen Autohändler nicht daran gehindert werden, ihre Wagen preisgünstig im Ausland anzubieten.

Eines der höchsten Bußgelder der EU-Geschichte

Bisher haben Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars die Summe des Bußgeldes nicht offiziell bestätigt. Auch der DaimlerChrysler-Konzern gab keinen Kommentar ab.

DaimlerChrysler droht nun eines der höchsten Bußgelder, die Kartellsünder innerhalb der EU bisher zahlen mussten. Von VW verlangte Montis Vorgänger Karel Van Miert vor drei Jahren allerdings wegen ähnlicher Vorwürfe die Rekordsumme von 102 Millionen Euro.

Eine Klage der Wolfsburger gegen das Brüsseler Urteil lehnte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg im vergangenen Jahr zwar ab. Die Richter senkten das Bußgeld allerdings um 12 Millionen Euro.

Monti hält offenbar auch die Reimport-Praktiken von Peugeot und Renault für wettbewerbswidrig. Er prüft derzeit, ob gegen die beiden französischen Konzerne ein ähnliches Verfahren eingeleitet werden soll. Wann Monti darüber entscheidet, ist aber noch offen.