DaimlerChrysler Chrysler-Chef vor dem Aus
Auburn Hills/Stuttgart - Wie die "Detroit News" am Dienstag berichtete, wird erwartet, dass DaimlerChrysler Holden als Chef der US-Sparte ablöst und durch Nutzfahrzeug-Vorstand Dieter Zetsche ersetzt. Ein Sprecher des Konzerns wollte auf Anfrage den Bericht nicht kommentieren. "Zu Spekulationen geben wir keinen Kommentar ab", sagte er in Stuttgart.
Dem Zeitungsbericht zufolge soll eine Entscheidung frühestens am kommenden Freitag bekannt gegeben werden. Nach Angaben aus Industriekreisen wolle zu diesem Zeitpunkt der Aufsichtsrat des Konzerns zu einer Sitzung zusammenkommen.
Holden steht seit zwölf Monaten bei Chrysler an der Spitze. Die US-Sparte hatte im dritten Quartal einen Verlust von rund 1,2 Milliarden Mark eingefahren. Auf dem hart umkämpften nordamerikanischen Pkw-Markt verzeichnete sie einen Absatzrückgang um 14 Prozent auf 623.000 Fahrzeuge. Im vierten Quartal will der deutsch-amerikanische Autobauer mit Chrysler aber wieder in die Gewinnzone zurückkehren.
DER SPIEGEL hatte zuvor berichtet, dass Holden auf einer Vorstandssitzung am 30. Oktober von Vorstandschef Jürgen Schrempp massiv kritisiert worden sei. Holden habe ihn nicht vorab darüber informiert, dass Chrysler sieben Fabriken für eine Woche schließe, um nicht noch mehr Fahrzeuge auf Halde zu produzieren.