DaimlerChrysler Chrysler liefert endlich Gewinne
Stuttgart - Es könne sogar sein, dass der Automobilkonzern wegen der guten Entwicklung bei Chrysler seine Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöhe, sagte Schrempp der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires und dem "Wall Street Journal Europe" in einem Interview. "Wir haben bei Chrysler ein sehr, sehr gutes zweites Quartal, und das bedeutet natürlich: auch in der Gruppe", wird Schrempp zitiert. "Chrysler wird das Jahr mit einem Plus abschließen." Schrempp sprach damit erstmalig von einem Gewinn bei der US-Tochter im laufenden Jahr. Bisher war immer vom Erreichen der Gewinnschwelle die Rede gewesen.
Trotz der schwachen Verkaufszahlen bei Chrysler sei der Turnaround bei Chrysler wegen der Kostensenkungen früher als erwartet gekommen, sagte Schrempp weiter. 2001 hatte Chrysler noch mit einem Verlust von 2,18 Milliarden Dollar vor Sondereinflüssen abgeschlossen. Ob der Gewinnausblick für das Gesamtjahr wegen Chrysler tatsächlich nach oben revidiert wird, wollte Schrempp noch nicht sagen: "Wir beabsichtigen, zu den Geschäftserwartungen für 2002 am 18. Juli bei Vorlage der Halbjahreszahlen detaillierter Stellung zu nehmen." Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten bleibe er vorsichtig, fügte Schrempp hinzu.
Der Vorstandsvorsitzende stellte in Aussicht, dass der Konzern einige von den Finanzmärkten beachtete Ziele möglicherweise früher erreichen wird als erwartet. Schrempp bezog sich dabei auf Kennziffern, deren Erreichen im Frühjahr auf einen späteren, aber nicht genauer genannten Zeitpunkt verschoben worden war. Jetzt sagte Schrempp: "Das Später wird vielleicht nicht sehr viel später sein." Chrysler ist nach Ansicht Schrempps eindeutig über den Berg. Das Unternehmen nehme Formen an, was die Kostenstruktur, die Produktivität und die Verhältnisse zu den Händlern angehe.
Hinsichtlich der Sparte Mercedes-Benz sagte Schrempp, die Stuttgarter Automobilproduktion floriere trotz harter deutscher Konkurrenz. Die Lkw-Sparte befinde sich im Plan, das Vorjahresergebnis von 51 Millionen Euro zu übertreffen.
Der US-Marktzutritt für die Mercedes-A-Klasse sowie den Smart werden laut Schrempp geprüft. Der Smart solle als Erstes in den USA verkauft werden, sowohl in der gegenwärtigen zweisitzigen Version als auch in der für 2004 geplanten Variante mit vier Sitzen. Abhängig sei der Verkaufsstart davon, dass US-Emissions- und -Sicherheitsstandards erreicht würden, sagte Schrempp laut dem Interview. Die Nachfrage nach dem Smart aus den USA bezeichnete er als gut. Die A-Klasse werde in den USA erst mit dem Modellwechsel in einigen Jahren an den Start gehen.