DaimlerChrysler Die Führungsriege kassiert ab
Frankfurt am Main - Der Chef der Kleinstwagenmarke Smart, Ulrich Walker folgte dem Beispiel Cordes' ebenso, wie der neue Boss der japanischen Lkw-Tochter Fuso, Harald Bölstler. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Pflichtmeldungen über Aktiengeschäfte des Konzern-Managements berichtet, übten die Manager Aktienoptionen in größerem Umfange aus und verkauften die Wertpapiere anschließend mit hohem Gewinn wieder. Ein DaimlerChrysler-Sprecher habe die Transaktionen nicht kommentieren wollen.
Wie aus der Pflichtmitteilung hervorgeht, machte Smart-Chef Walker bereits am Freitag und damit am selben Tag wie Cordes von der Möglichkeit Gebrauch, die Aktien billig zu kaufen und gleich wieder zu veräußern. Walker trennte sich von 20.000 Papieren und verdiente durch dieses Geschäft knapp 113.000 Euro. Diesen Betrag müssen er und seine Kollegen allerdings noch versteuern. Fuso-Chef Bölstler verkaufte erst am Montag ein Paket von 10.000 Papieren und erzielte damit einen Profit von rund 61.000 Euro. Auch andere Manager des Konzerns hätten Pakete in ähnlichem Umfang verkauft, heißt es in dem Bericht.
Branchenkenner bezeichneten den Vorgang zumindest als ungewöhnlich. Es sei kein gutes Zeichen, wenn sich führende Manager eines Unternehmens derart massiv von ihren Anteilen trennen würden, zitiert die Zeitung einen Analysten. Das lade zu Spekulationen ein. "Entweder kennen sie bereits neue Probleme bei Daimler, von denen die Öffentlichkeit noch nicht weiß", sagte der Analyst. "Oder da treffen bereits weitere Topmanager aus Angst vor einem baldigen Abgang Vorsorge."
Die Geschäfte der Manager mit Konzernaktien ließen die Kritik an dem Optionsprogramm von DaimlerChrysler lauter werden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Optionen waren in der Vergangenheit von den DaimlerChrysler-Aktionären mehrfach heftig kritisiert worden. Bereits für das Jahr 2004 wurden die Aktienoptionen reduziert. Seit diesem Jahr erhalten die Daimler-Vorstände keine Aktienoptionen als Teil ihrer Bezüge mehr.