DaimlerChrysler Finanzchef gegen schärfere Kontrolle von Wirtschaftsprüfern
Düsseldorf - Gentz sagte dem "Handelsblatt", der Bilanzierungsstandard IAS (International Accounting Standard), der ab 2005 in der gesamten EU gelten soll, sei in manchem besser als das amerikanische Pendant US-GAAP (General Accepted Accounting Principles). Trotzdem habe der US-Kapitalmarkt durch die mächtige Börsenaufsicht SEC einen klaren Vorteil. Nur mit einer eigenen starken Finanzaufsicht könne Europa die IAS-Regeln glaubhaft durchsetzen.
Eine staatlichen Aufsicht für die ins Gerede geratenen Wirtschaftsprüfer lehnt Gentz hingegen ab. Auch halte er nichts davon, die Gesellschaft, die den Jahresabschluss testiert, alle paar Jahre auszutauschen. Ein neuer Prüfer müsse sich dann erst wieder einarbeiten, was sich negativ auf die Qualität auswirke. Sinnvoller sei es, einzelne Personen ab und an auswechseln. Gentz: "Neue Personen bringen neue Perspektiven."
Die EU-Kommission plant jedoch bisher keine europäische Finanzaufsicht. "Es besteht Konsens darüber, dass eine europäische SEC zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn mach", sagte ein Sprecher von Binnenmarkt-Kommissar Frits Bolkestein dem "Handelsblatt".
Brüssel strebe allerdings an, dass die nationalen Finanzaufsichtsbehörden der EU-Länder künftig enger zusammenarbeiten. Das soll in einem so genannten Stabilitätsforum und anderen neuen Fachausschüssen geschehen. Die Gründung dieser Gremien werde der EU-Finanzministerrat voraussichtlich im September beschließen, schreibt die Zeitung.