DaimlerChrysler: Gewinnwarnung befürchtet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

DaimlerChrysler Gewinnwarnung befürchtet

Nach dem Absatzeinbruch im US-Geschäft glauben Analysten nicht mehr daran, dass DaimlerChrysler die Gewinnprognose für 2001 halten kann. Die Sanierung von Chrysler könnte sich enorm verzögern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart/Auburn Hills - Jim Collins, Analyst bei UBS Warburg, erwartet für den deutsch-amerikanischen Autokonzern nichts Gutes: "Sie werden nicht annähernd das erreichen, was sie uns als Umsatzziel genannt haben. Meine Vermutung ist, dass sie für 2001 warnen und nichts über 2002 sagen werden". Auch die Analysten der Credit Suisse First Boston haben wenig Vertrauen in die zukünftige Ertragskraft von DaimlerChrysler  . Sie setzten ihr Kursziel kurzerhand von 65 Euro auf 50 Euro herunter. Schon nach den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen in dieser Woche könnte es nach Ansicht von Daniel Howes, Auto-Korrespondent der "Detroit News" zu einer Gewinnwarnung kommen.

Wie auch bei General Motors   und Ford ist der Absatz von Chrysler-Neuwagen seit den Terrorattacken drastisch zurückgegangen. Die Luckey Consulting Group erwartet, dass Chrysler im September rund ein Drittel weniger verkaufen wird als im Vormonat. Auch der Plan von Dieter Zetsche, wieder mehr an jedem Neuwagen zu verdienen, lässt sich momentan nicht durchsetzen. Im Gegenteil - um auf dem US-Automarkt überhaupt noch mitzuspielen musste sich auch das Chrysler-Management auf ruinöse Angebote einlassen. So werden den wenigen Autokäufern momentan von allen großen US-Herstellern zinsfreie Finanzierungsmodelle angeboten.

Auch Freightliner, die Sparte für schwere Trucks, ist offenbar in einer dramatischen Krise. So prognostiziert der Branchendienst "Starks News Service" für dieses Jahr einen Verlust von rund 1,2 Milliarden Dollar, rund das Doppelte der bisherigen Analystenschätzungen.