DaimlerChrysler Großaktionär Dubai steigt aus
Dubai - "Wir sind bei DaimlerChrysler teilweise ausgestiegen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Tochtergesellschaft der Staatsholding Dubai International Capital (DIC), Sameer al-Ansari, heute. "Wir haben die gegenwärtig hohe Börsennotiz zum Anlass genommen, um Gewinne zu realisieren." Das vom Ölreichtum profitierende Emirat hatte Anfang 2005 für zwei Prozent der Aktien bei einem Kurs von 32 Euro rund eine Milliarde Dollar bezahlt.
Im Laufe des Jahres wolle DIC eine Reihe großer Transaktionen in Europa abschließen, begründete al-Ansari den Schritt. Er bezifferte das Investitionsvolumen auf zwei Milliarden bis drei Milliarden Dollar. Übernahmeziele wollte er nicht nennen. Binnen fünf Jahren will DIC Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar verwalten. In den vergangenen zwei Jahren seien 5,5 Milliarden Dollar investiert worden.
Bei seinem Einstieg hatte sich Dubai hinter der Deutschen Bank und dem Emirat Kuweit als drittgrößter Investor bei dem Autohersteller positioniert. Die Deutsche Bank hat ihren Anteil an dem weltweit fünftgrößten Autohersteller inzwischen auf weniger als fünf Prozent des Kapitals reduziert. Größter Einzelaktionär ist weiterhin Kuweit mit zuletzt 7,1 Prozent. Der Rest der Aktien ist auf zahlreiche Investoren verteilt, die alle weniger als je fünf Prozent der Aktien halten.
Die arabischen Golf-Staaten versuchen seit einigen Jahren, die Gewinne aus dem Ölexport in anderen Industrien zu investieren. Die 2004 gegründete DIC ist in zahlreichen Branchen aktiv. Anfang März veräußerte DIC einen Mehrheitsanteil an dem Londoner Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds an den US-Investor Blackstone. Interesse hat DIC einem Zeitungsbericht zufolge am Einstieg beim Essener Energiedienstleister Ista, der gegenwärtig noch dem australischen Finanzinvestor CVC gehört.
mik/Reuters/vwd