DaimlerChrysler: Hilferuf aus Japan - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Hilferuf aus Japan

Nach dem Skandal über die jahrelange Vertuschung von Fahrzeugmängeln hat Mitsubishi offenbar die Hilfe von DaimlerChrysler angefordert. Die Stuttgarter sollen einen neuen Unternehmenschef nach Japan schicken.
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Tokio - Ein Top-Manager des deutsch-amerikanischen Autoherstellers solle den bisherigen Boss von Mitsubishi Motors, Katsuhiko Kawasoe, ablösen, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo ohne Angaben von Quellen.

Mitsubishi wies die Angaben über einen beschlossenen Rücktritt Kawasoes zurück. "Der Bericht beruht auf Spekulationen", sagte ein Sprecher in Tokio. "Unser Unternehmen zieht noch immer in Betracht, dass Kawasoe bleibt." Kyodo berichtete, das Unternehmen habe sich zu dem Appell an DaimlerChrysler entschlossen, nachdem andere Unternehmenschefs der Mitsubishi-Gruppe ihr Veto gegen die Ernennung von Vize-Präsident Takashi Sonobe eingelegt hätten.

Hintergrund der Rücktrittsforderungen gegen Kawasoe ist die Verheimlichung von Kundenbeschwerden über gravierende Mängel an Mitsubishi-Fahrzeugen seit dem Jahr 1977. DaimlerChrysler ist mit einem Anteil von 34 Prozent an Mitsubishi Motors beteiligt.

Mitsubishi hatte in der vergangenen Woche angekündigt, wegen des Vertuschungsskandals allein in Europa vermutlich rund 120.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückholen zu müssen. Bereits im Juli hatte sich der japanische Konzern gezwungen gesehen, mehr als eine halbe Million Fahrzeuge zurückzurufen und nachzubessern. Die Rückholaktion ist Reaktion auf Anschuldigungen, der Konzern habe über die Vertuschungsaktion die teuren Rückholaktionen jahrelang vermieden.