DaimlerChrysler Hoffnungsschimmer aus Detroit
In den vergangenen Tagen hatten sich bereits mehrere Autoanalysten ähnlich geäußert und auf die schneller als erwartet eingetretene Erholung vor allem von Chrysler verwiesen. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis der Autobauer "mutig genug sein wird, die Prognose zu erhöhen", hatte ein Analyst gesagt. DaimlerChrysler lehnte am Dienstag jeden Kommentar ab.
An der Frankfurter Börse setzte sich die DaimlerChrysler-Aktie am Dienstagvormittag mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 45,22 Euro an die Spitze des Dax, der zur gleichen Zeit nur um 0,3 Prozent im Plus notierte.
"Die Gerüchte darüber, dass Daimler die Prognosen anhebt, erhärten sich", sagte ein Frankfurter Händler der Banque Nationale de Paris. "Die Meinung setzt sich durch, dass die Presseberichte nicht aus der Luft gegriffen sind." Den Berichten zufolge wird DaimlerChrysler die neuen Prognosen am Donnerstag vorstellen.
"Als es Chrysler schlecht ging, ging es ihnen richtig schlecht. So ist die Hoffnung, dass die Trendwende mit Wucht kommt", sagte der Händler. Dann würde Konzernchef Jürgen Schrempp als strahlender Sieger dastehen. Schließlich war die Fusion mit Chrysler seine Vision. Unkritisch dürfe man nicht sein, warnte der Händler. "Der amerikanische Automarkt ist noch im Tief und garantiert keine satten Renditen."
Im Schnitt rechnen Analysten für das zweite Quartal (April bis Juni) mit einem operativen Gewinn (operating profit) von knapp unter 1,3 Milliarden Euro. In den ersten drei Monaten 2002 hatte der Konzern rund eine Milliarde Euro (Vorjahresquartal: 725 Millionen Euro) verdient. Der Umsatz dürfte nach Einschätzung der meisten Analysten im zweiten Quartal allerdings leicht zurückgegangen sein.
Grund für die Erholung des 1998 fusionierten Konzerns dürfte vor allem der im ersten Quartal erreichte Turnaround bei der zuvor sechs Quartale in Folge verlustreichen US-Sparte Chrysler sein. Diese hatte bereits in den ersten drei Monaten schwarze Zahlen geschrieben und dürfte die Gewinne nach Einschätzung der Experten nun ausbauen. Für Chrysler erwarten die Analysten ein operatives Plus von rund 260 Millionen Euro (Vorjahresquartal: minus 148 Millionen Euro).
Im Februar hatte DaimlerChrysler angekündigt, der operative Gewinn werde sich 2002 im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,35 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Mit dieser Aussage hatte der Konzern seine zuvor getroffene Prognose von 5,5 Milliarden bis 6,5 Milliarden Dollar Betriebsgewinn deutlich nach unten korrigiert.