DaimlerChrysler Ist das Schlimmste vorbei?
Frankfurt am Main - Das erste Quartal 2001 wird nach Ansicht von Analysten der Tiefpunkt in der Geschichte des Unternehmens. Sie gehen im Schnitt davon aus, dass der Stuttgarter Konzern einen operativen Verlust (Ebit) von rund 870 Millionen Euro erzielt hat - rund doppelt so hoch wie der Verlust im vergangenen Quartal. Die Zahl bewegt sich aber in dem Rahmen von 0,8 bis eine Milliarde Euro, den DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp angekündigt hat.
Hinzu kommen noch Einmalaufwendungen von drei Milliarden Euro für die Sanierung von Chrysler und 400 Millionen Euro für die Umstrukturierung des japanischen Partners Mitsubishi, so dass unter dem Strich ein Milliardenverlust stehen dürfte.
Jetzt muss es aufwärts gehen
"Mit dem ersten Quartal ist der Ergebnistiefpunkt erreicht", sagte HypoVereinsbank-Analyst Georg Stürzer. Denn wenn das Unternehmen die Ende Februar vorgelegten Prognosen einhalten möchte, dann müssten die Ergebnisse von nun an deutlich besser werden.
Für das laufende Geschäftsjahr hat DaimlerChrysler einen operativen Gewinn von 1,2 bis 1,7 Milliarden Euro angekündigt, der damit nur noch gut ein Zehntel des Wertes von 1999 erreichen dürfte.
Chrysler-Sanierung: "Deutliche Effekte im zweiten Halbjahr"
Da DaimlerChrysler die Ergebnisspanne auf der Hauptversammlung Anfang April noch einmal bekräftigt hat, wird sich die Aufmerksamkeit am Mittwoch stärker auf Aussagen zum Verlauf der Sanierung von Chrysler richten.
Immerhin sei das Geschäft von Chrysler im ersten Quartal nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, sagte Stürzer. Auch habe die Daimler-Tochter ihren Lagerbestand bei den Händlern deutlich stärker abgebaut als die US-Konkurrenten General Motors und Ford. Da sich die dafür nötigen Kürzungen in der Produktion direkt in Umsatz und Ergebnis niederschlagen, müssten schon aus diesem Grund die Geschäftszahlen von Chrysler in den kommenden Quartalen besser werden. Auch das Geschäft mit dem wichtigen neuen Geländewagen Jeep Liberty werde Auftrieb geben. "Im zweiten Halbjahr muss das Ganze schon deutliche Effekte zeigen", sagte Stürzer.
Zee Tull von der Investmentbank Merrill Lynch geht ebenfalls davon aus, dass das Quartalsergebnis in der Spanne liegen wird, die der Konzern selbst angekündigt hat. "Es wäre ein großer Schock, wenn es eine Überraschung geben würde", sagte sie.
Zum ersten Mal war DaimlerChrysler im Schlussquartal 2000 in die Verlustzone gerutscht. Ursache war die Krise bei der US-Tochter. Im gesamten Geschäftsjahr 2000 war der Betriebsgewinn des Unternehmens um fast die Hälfte auf 5,2 Milliarden Euro eingebrochen.