DaimlerChrysler Ist Zetsches Sparplan Makulatur?
Detroit - "Wir haben zusätzliche Herausforderungen auf der Einnahmenseite und entwickeln Maßnahmen, um diese zu kompensieren", sagte Chrysler-Chef Dieter Zetsche. Im Grunde halte Chrysler an dem Vollzug seines milliardenschweren Sanierungsprogramms fest. Zetsche schließt allerdings nicht aus, dass das Programm in Teilen "beschleunigt und intensiviert" werden könnte. Chrysler-Konkurrent Ford kürzte derweil wegen eines erneuten Quartalsverlusts erstmals seit zehn Jahren die Dividende. Nach den Anschlägen von New York und Washington war die Autonachfrage in den USA vorübergehend eingebrochen.
Zu den konjunkturellen Auswirkungen der Terroranschläge auf das Geschäft von Chrysler äußerte sich Zetsche nicht. Das Unternehmen sei noch unsicher über die Folgen für die Automobilindustrie. Mehr Hinweise für das erwartete Geschäft würden voraussichtlich bei der Vorlage der Geschäftszahlen des Mutterkonzerns Daimler-Chrysler am 23. Oktober gegeben. Ende September hatten die Stuttgarter mitgeteilt, nach den Anschlägen von New York und Washington seien die Geschäftsprognosen für dieses Jahr mit Risiken behaftet.
Schwarze Zahlen in Gefahr
Bei Chrysler läuft derzeit ein milliardenschweres Sparprogramm. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben die Produktion im Oktober um 26.000 Fahrzeuge drosseln, um die Bestände zu reduzieren. Im September war der Chrysler-Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28 Prozent abgestürzt. Nach den bisherigen Plänen sollte Chrysler 2002 wieder schwarze Zahlen schreiben
Zetsche sagte nun, durch die billigen Finanzierungen sei das Geschäft von Chrysler zuletzt besser ausgefallen als erwartet. Es gebe aber die Befürchtung, dass Kunden eigentlich für 2002 geplante Käufe vorzögen und somit die günstigen Finanzierungen zu Lasten des künftigen Geschäfts gingen. Die jetzigen Programme laufen Ende des Monats aus.
An der Börse legte die Aktie von DaimlerChrysler bis zum Mittag in einem freundlichen Gesamtmarkt um 3,4 Prozent auf 39,52 Euro zu.