DaimlerChrysler: Milliardenverlust in den USA? - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Milliardenverlust in den USA?

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp muss den Anlegern wohl weitere Hiobsbotschaften überbringen. Angeblich wird Chrysler im vierten Quartal einen Verlust von rund 2,8 Milliarden Mark ausweisen.
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Frankfurt am Main - Die US-Sparte von DaimlerChrysler werde im vierten Quartal dieses Jahres voraussichtlich einen Verlust von etwa 1,4 Milliarden Euro - umgerechnet rund 2,8 Milliarden Mark - machen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Frankfurter Finanzkreise.

Im dritten Quartal hatte die Sparte noch einen Verlust von 512 Millionen Dollar verbucht. Im Gesamtjahr dürfte Chrysler nach Informationen der Zeitung noch einen schmalen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro nach 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr erwirtschaften. Die Zahlen beziehen sich auf die amerikanische Rechnungslegung.

Schrempp will um Vertrauen werben

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp werde sich am Montag schriftlich an alle zwei Millionen Aktionäre wenden und um Vertrauen der Anleger werben, so die Zeitung. Darin lege er "dem Vernehmen nach" dar, dass sich der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn im Geschäftsjahr 2000 auf fünf bis 5,5 Milliarden Euro ungefähr halbieren werde und 2001 wohl ein noch schwierigeres Jahr für DaimlerChrysler werde.

Ein Firmensprecher wollte die von der Zeitung genannten Zahlen nicht kommentieren, bestätigte aber, dass Schrempp einen Brief an die Aktionäre geschrieben habe.

Werkschließungen in den USA

Wie Chrysler am Freitag in Auburn Hills bekannt gab, wird der Konzern wegen zu hoher Lagerbestände in der Woche ab dem 2. Januar vier seiner insgesamt zwölf Autofabriken in den USA und Kanada für eine Woche stilllegen. Betroffen ist auch ein Werk in Detroit, in dem der Geländewagen Jeep Grand Cherokee gebaut wird.

DaimlerChrysler hatte schon für Dezember mehrere jeweils einwöchige Werkschließungen angekündigt. Auch General Motors und Ford haben ihre Produktion wegen der deutlich rückläufigen US-Absatzzahlen und der hohen Neuwagenbestände bei den amerikanischen Autohändlern im Dezember zurückgefahren.

Einschüchterungskampagne bei Freightliner?

Die amerikanische Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW kritisierte DaimlerChrysler am Wochenende scharf. Sie sprach von einer Droh- und Einschüchterungskampagne im Lkw-Werk der Freightliner-Sparte in Mt. Holly im Bundesstaat North Carolina.

Die Tarifverhandlungen seien dort am Samstagmorgen abgebrochen worden. In Reaktion darauf würden die Mitglieder der lokalen UAW-Gruppe mit Wirkung vom Montag aus dem Werk ausgeschlossen. Der Gewerkschaft zufolge gab es auch illegale Drohungen, Arbeit nach Mexiko zu verlegen.

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