DaimlerChrysler: Mitarbeiter-Aktionen bremsen die Produktion - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Mitarbeiter-Aktionen bremsen die Produktion

Mit seinen drastischen Kürzungsplänen hat Mercedes-Chef Jürgen Hubbert die Belegschaft gegen sich aufgebracht. Am Freitag nahmen tausende Mitarbeiter an Infoveranstaltungen teil, zeitweise ruhte deshalb die Produktion.
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Stuttgart - Wie der Betriebsrat mitteilte, informierten die Arbeitnehmervertretungen in Sindelfingen und Untertürkheim die Mitarbeiter über die Kostensenkungspläne des Vorstands. Mehr als 10.000 Beschäftigte hätten teilgenommen. Dabei sei es in den Abteilungen zu Arbeitspausen und damit zu Produktionsstopps von jeweils rund einer halben Stunde gekommen.

Der Betriebsrat lehnt die Ideen des Vorstandes ab, die nach seinen Schätzungen auf bis zu eine Milliarde Euro pro Jahr hinauslaufen könnten. Das Unternehmen wolle das Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Mehrarbeitszuschläge kürzen und die Eingruppierungen in der Montage ändern.

Am Samstag werden in Sindelfingen rund 12.000 Mitarbeiter nicht zur Schicht zwischen 6 und 14 Uhr antreten, sagte ein Sprecher des Betriebsrates weiter. Die notwendige Zustimmung für Überstunden sei vom Betriebsrat verweigert worden. Nach seinen Schätzungen dürften vermutlich 1000 Autos nicht gebaut werden.

Ein Konzernsprecher sagte, Protestaktionen während der Arbeitszeit seien rechtswidrig. Das Unternehmen hoffe, dass die Gespräche in einem positiven Dialog weitergingen. Die Gespräche dienten der Standortsicherung und damit auch den Arbeitsplätzen in Deutschland.

Lkw-Sparte: Masseneinstellungen in den USA

Bei den Betriebsräten und der Gewerkschaft IG Metall sind am Freitag die Vorbereitungen für den Aktionstag der DaimlerChrysler- Beschäftigten am 15. Juli angelaufen. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Erich Klemm hat die Beschäftigten an allen Pkw- und Nutzfahrzeugstandorten in Deutschland zu sichtbaren Aktionen aufgerufen. In der Pkw- und Nutzfahrzeugproduktion von DaimlerChrysler sind in der Bundesrepublik 160.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Nach den Worten Klemms hat der Vorstand konkret pro Jahr eine Einsparungssumme von rund 500 Millionen Euro gefordert. Der Betriebsrat befürchtet, dass mit der Umsetzung des Entgeltrahmentarifvertrags (ERA) bis zum Jahr 2007 das Unternehmen nochmals die gleiche Summe einsparen wolle. Der Betriebsratschef von Stuttgart-Untertürkheim, Helmut Lense, warf dem Vorstand am Freitag vor, die Grundentgelte um 20 Prozent absenken zu wollen.

In seiner Lkw-Sparte will DaimlerChrysler im Laufe dieses Jahres 2700 neue Mitarbeiter einstellen - davon 2000 in den USA und 700 in Wörth. Dies sagte Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes der "Financial Times Deutschland". Ein Sprecher von DaimlerChrysler sagte dazu, von den 700 geplanten neuen Mitarbeitern in Wörth seien bisher schon 450 eingestellt worden. DaimlerChrysler erwarte für das Gesamtjahr 2004 "eine stabile Beschäftigungslage in den Nutzfahrzeugwerken". Der Konzern beschäftigt dort rund 42.000 Mitarbeiter.