DaimlerChrysler Mitarbeiter lassen Abfindungsangebote links liegen
Hamburg/Stuttgart - "In Untertürkheim und Mettingen sind noch keine 100 Auflösungsverträge unterschrieben", sagte IG-Metall-Funktionär Sieghard Bender der "Financial Times Deutschland". Wie das Blatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, ist das Echo auch im Werk Sindelfingen bislang gering. "Nicht viel mehr als 200" Mitarbeiter sollen einen Auflösungsvertrag unterschrieben haben.
In den drei schwäbischen Mercedes-Fabriken arbeiten rund 51.000 Menschen. In Untertürkheim und im angrenzenden Mettingen will DaimlerChrysler 1100 Jobs abbauen. Im Mercedes-Werk Sindelfingen sollen 3100 Stellen gekürzt werden. Zudem ist vor allem eine Fabrik in Bremen mit 2700 geplanten Stellenstreichungen von den Kürzungen betroffen.
DaimlerChrysler machte keine konkreten Angaben zur Zahl der unterschriebenen Auflösungsverträge. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel, 8500 Stellen bis Ende September 2006 abzubauen, erreichen werden", sagte eine Sprecherin. Bei DaimlerChrysler wurde erst im vergangenen Jahr ein Beschäftigungspakt geschlossen, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2011 verhindert. Deshalb ist das Unternehmen gezwungen, den Ende September angekündigten Stellenabbau über hohe Abfindungen zu finanzieren. Insgesamt hat der Konzern dafür Kosten von 950 Millionen Euro veranschlagt.