DaimlerChrysler: Rote Zahlen und Mini-Dividende - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Rote Zahlen und Mini-Dividende

Der Autokonzern DaimlerChrysler wird in diesem Jahr deutlich weniger verdienen als ursprünglich geplant. Die Dividende wird um mehr als die Hälfte gekürzt. Die Anleger nehmen dem Konzern diese böse Überraschung übel.
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Stuttgart - Die Börse reagierte auf die schlechten Zahlen mit einem Kurssturz von fast fünf Prozent oder 2,19 Euro auf 42,58 Euro. Überrascht zeigten sich Analysten nicht von der in dieser Höhe meist erwarteten Dividendenkürzung, sondern von den deutlich reduzierten Gewinnaussichten. Der Markt habe einen Betriebsgewinn von etwa 4,0 bis 4,5 Milliarden Euro erwartet, die nun nicht näher spezifizierte genannte Größenordnung habe überrascht, sagt Frank Biller von der Stuttgarter BW-Bank. Eine Klärung der offenen Fragen erwarte er bei der Bilanzvorlage am 20. Februar.

Nach einer Vorstandssitzung hatte der Traditionskonzern mitgeteilt, dass der Betriebsgewinn (Operating Profit) ohne Einmaleffekte im Jahr 2001 mit 1,3 Milliarden Euro innerhalb des vor einem Jahr angekündigten Zielkorridors von 1,2 bis 1,7 Milliarden Euro liegen würde. Der in den so genannten Meilensteinen im Februar 2001 angekündigte Betriebsgewinn für 2002 in Höhe von 5,5 bis 6,5 Milliarden Euro werde aber wegen des schwächeren Konjunktur- und Marktumfeldes nicht erreicht. Er werde aber das Doppelte des Vorjahresniveaus (also 2,6 Milliarden Euro sehr deutlich übertreffen. DaimlerChrysler sei zuversichtlich, dass die Ergebnisse in der vor einem Jahr angekündigten Größenordnung nun zu einem etwas späteren Zeitpunkt erreicht werden könnten.

Kommunikationschef Hartmut Schick sagte, dass sich die in dem Sanierungsplan für Chrysler genannte Prämissen und die Weltwirtschaft deutlich verändert hätten. Deshalb habe man auch die Planung für 2002 zunächst nach hinten verschoben und wolle angesichts der Unsicherheit der weiteren Entwicklung keine genaueren Aussagen über die Gewinnprognose machen. "Aber die Meilensteine können erreicht werden", betonte Schick.

Die Zeiten der vergleichsweise höchsten deutschen Dividende sind bei DaimlerChrysler erst einmal vorbei. Die Aktionäre sollen vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung im April nur noch 1,0 Euro je Aktie gezahlt bekommen. Seit der Fusion von Daimler-Benz mit Chrysler waren jeweils 2,35 Euro ausgeschüttet worden. Eine Beibehaltung der bisherigen Dividende wäre laut Schick angesichts der hohen liquiden Mittel kein Problem gewesen, man habe sich aber am Ergebnis von 2001 orientieren wollen. Man sei zuversichtlich, in Zukunft wieder ein deutlich höheres Niveau erreichen zu können, hieß es in der Mitteilung.

Der operative Konzern-Verlust inklusive Einmaleffekte für 2001 lag mit 1,3 Milliarden Euro besser als ursprünglich erwartet. Für die Sanierung von Chrysler, der US-Lkw-Sparte Freightliner und bei der Mitsubishi-Beteiligung musste der Konzern im vergangenen Jahr fast 3,8 Milliarden Euro aufwenden. Der Konzernverlust einschließlich der Einmaleffekte betrug 0,7 Milliarden Euro oder minus 0,66 Euro je Aktie.

Im Jahr davor hatte der unbereinigte Konzerngewinn noch 9,7 Milliarden Euro betragen. Der Umsatz des deutsch-amerikanischen Konzerns lag mit 152,9 Milliarden Euro bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis etwa auf Vorjahreshöhe. Die Mitarbeiter von DaimlerChrysler in Deutschland erhalten für das vergangene Jahr eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 1350 Euro (Vorjahr 1595 Euro).