DaimlerChrysler Schrempp ruft nach Geduld, Geduld, Geduld
Stuttgart - Noch bis 2005 amtiert Jürgen Schrempp als Chef des Firmen-Konglomerats, das er durch die Chrysler-Übernahme und die Beteiligung am damals maroden japanischen Autobauer Mitsubishi zusammengefügt hat. Seine Vision von der perfekt integrierten, effizienten "Welt AG" wird er bis dahin kaum realisiert haben - trotz jüngster Sanierungserfolge in den USA und Japan. So denkt Schrempp an die Zeit nach ihm - und lässt bei DaimlerChrysler einen Zehn-Jahres-Plan schreiben.
Schrempp bestätigte der "Financial Times Deutschland", dass ein solches Strategiepapier ausgearbeitet wurde und wird, um die drei Pkw-Marken Mercedes-Benz, Chrysler und Mitsubishi enger aneinander binden. Alle in dem Papier vorgesehenen Maßnahmen sollen vom Executive Automotive Committee (EAC) abgestimmt werden, dem auch die Chefs der drei Marken angehören. Das Komitee habe sich bereits darauf geeinigt, mit dem Plan konzernweit die Zahl der unterschiedlichen Motoren und Getriebe zu senken. Derzeit suche man noch nach zusätzlichen Einsparmöglichkeiten im Wareneinkauf, beim Vertrieb und im Service.
Mit dem PT Cruiser in die Mercedes-Werkstatt?
Schrempp weiß offenbar, dass derartige Vorhaben neue Ängste um die Integrität der Marken wecken werden: Deutsche Kunden könnten zurückschrecken, wenn das Image von Mercedes durch die Nähe zu Chrysler leidet, US-Kunden könnten Chrysler nicht mehr als heimatlichen Konzern ansehen. So fügte er hinzu, dass die Identität der Marken auf jeden Fall bewahrt werden solle. Er fügte jedoch hinzu: "Warum soll man nicht die Ersatzteilversorgung, die Werkstätten oder Ähnliches zusammenlegen? Dadurch erzielt man phantastische Größeneffekte, ohne Einfluss auf die Marke zu nehmen."
Eine bessere Integration der Marken und die Markteinführung neuer Produkte werde sich 2003/2004 positiv auf die Konzernbilanz auswirken, sagte Schrempp. Zugleich bekräftigte er die selbst auferlegten Finanzziele des Konzerns. "2002 werden wir einen Betriebsgewinn haben, der deutlich mehr als doppelt so hoch ist als im vergangenen Jahr", sagte er. Für 2001 hatte DaimlerChrysler einen Betriebsgewinn von 1,35 Milliarden Euro gemeldet, nach 5,17 Milliarden Euro im Jahr 2000.