DaimlerChrysler Schrempp will Gewinn verdoppeln
Berlin - Vor Beginn der Hauptversammlung in Berlin, zu der bis zu 12.000 Aktionäre erwartet wurden, bekräftigte Schrempp die Erwartung, in diesem Jahr insgesamt einen operativen Gewinn erreichen zu können, der deutlich mehr als das Doppelte des Vorjahres betragen werde: "Diese Aussage steht." Der operative Gewinn 2001 hatte ohne Einmaleffekte bei 1,3 Milliarden Euro gelegen. Unter dem Strich hatte die DaimlerChrysler allerdings wegen der hohen Aufwendungen für Chrysler einen operativen Verlust von 1,3 Milliarden Euro und einen Konzernverlust von 700 Millionen Euro hinnehmen müssen.
Doch das Sanierungsprogramm scheint Wirkung zu zeigen. In einer Ad-hoc-Mitteilung hieß es, Chrysler werde aus heutiger Sicht nach sechs negativen Quartalen in Folge für die ersten drei Monate 2002 erstmals wieder ein leicht positives Ergebnis bekannt geben.
Mercedes-Benz/Smart hatte ein gutes erstes Quartal, hieß es weiter. Der Absatz habe sich trotz des schwierigen Marktumfeldes besser als erwartet entwickelt und schließe an das gute Vorjahr an. Der Ertrag liege etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Bei den Nutzfahrzeugen werde sich die schwache Konjunktur per Ende März allerdings im Ergebnis niederschlagen. Bei den Auftragseingängen zeichne sich - auch in den USA - ein positiver Trend ab.
Auf Unmut der Aktionäre dürfte die deutliche Dividendenkürzung für das abgelaufene Geschäftsjahr stoßen. DaimlerChrysler will einen Euro zahlen. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 2,35 Euro ausgeschüttet. Aktionärsschützer hatten bereits angekündigt, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz machte den Vorstand unter anderem für den Wertverlust des Aktionärsvermögens und die Rücknahme der Dividendenausschüttung verantwortlich. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre kritisierte, dass DaimlerChrysler heute weniger wert sei, als Daimler-Benz allein wert gewesen sei.
Die Börse reagierte verhalten auf die Bilanzzahlen. Am Morgen stand die Aktie von DaimlerChrysler unter Verkaufsdruck. Der Wert fiel am Mittwoch bis 10.15 Uhr um 0,98 Prozent auf 49,60 Euro. Der Dax gab gleichzeitig um 0,42 Prozent auf 5148,32 Punkte nach.
"Der Markt hat in der Bilanz eine versteckte Skepsis für die fernere Zukunft entdeckt", erklärte Aktienhändler Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse den Druck auf den Kurs. Ab 2003 könne sich die Zielerreichung verzögern, sagte Hochwald, was einzelne Investoren nun dazu bringe, sich von ihren Aktien zu trennen.