DaimlerChrysler Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bestechung
Stuttgart - Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur ddp heute, dass der Verdacht bestehe, es seien bei den Geschäften in den drei Ländern Zahlungen an Private oder Amtsträger geflossen. Angaben über die Höhe der Zahlungen machte sie nicht.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stehen offenbar im Zusammenhang mit Schmiergeld-Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC bei DaimlerChrysler . Die SEC verdächtigt den Konzern, bei Auslandsgeschäften Schmiergeld in Millionenhöhe gezahlt zu haben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen dem Unternehmen in den USA millionenschwere Bußgelder. Nachdem nun auch die Staatsanwaltschaft in Stuttgart ermittelt, sind auch strafrechtliche Folgen nicht ausgeschlossen.
In einem heute an die SEC übergebenen Bericht hatte DaimlerChrysler eine Reihe von Korruptionsfällen eingeräumt. Bei internen Untersuchungen seien "unkorrekte Zahlungen" in Afrika, Asien und Osteuropa aufgedeckt worden, heißt es in dem Bericht. In den USA ermitteln SEC und das Justizministerium, ob der Konzern gegen amerikanische Anti-Korruptionsgesetze verstoßen hat.
DaimlerChrysler-Sprecher Thomas Fröhlich erklärte, Konzernchef Dieter Zetsche und Finanzvorstand Bodo Uebber hätten Maßnahmen ergriffen, um ein ethisches und transparentes Verhalten von Mitarbeitern sicherzustellen. Bei den im Bericht für die SEC genannten Vorfällen gehe es unter anderem um Steuerverbindlichkeiten, falsche Klassifizierungen und falsche Verbuchungen.
kaz/ddp/AP