DaimlerChrysler: Tausende demonstrieren gegen Lehrstellenabbau - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Tausende demonstrieren gegen Lehrstellenabbau

Mehrere tausend Lehrlinge von DaimlerChrysler haben gegen den beabsichtigten Abbau von Ausbildungsplätzen in den deutschen Mercedes-Werken protestiert. Jede fünfte Lehrstelle sei in Gefahr, warnen Gewerkschafter.
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Stuttgart - "Wir brauchen junge qualifizierte Menschen", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm vor rund 500 Protestierenden im Werk Sindelfingen. Auch im Motorenwerk in Stuttgart-Untertürkheim und in Rastatt und Gaggenau kamen hunderte junge Leuten zusammen. Insgesamt protestieren nach Schätzungen mehrere Tausend gegen den Abbau von Lehrstellen.

Bei der Mercedes Car Group könnte jeder fünfte Ausbildungsplatz gestrichen werden, fürchten Gewerkschafter. Nach Angaben von Bertriebsratschef Klemm führen Arbeitnehmervertreter und Unternehmensleitung derzeit Gespräche über dieses Thema. Die Azubis fordern jetzt vom Vorstand, dass die bisherige Zahl an Lehrstellen beibehalten werden soll.

Die stellvertretende SPD-Chefin Ute Vogt schloss sich den Protesten an. DaimlerChrysler solle den geplanten Abbau von Lehrstellen stoppen, erklärte sie. "Es kann nicht sein, dass das Unternehmen jetzt sein eigenes Lehrstellenangebot herunterfährt, um dann in einigen Jahren die gut ausgebildeten jungen Leute von kleineren und mittleren Unternehmen abzuwerben," sagte Vogt in Stuttgart.

Der Konzern wehrte sich gegen die Vorwürfe. "DaimlerChrysler trägt mit einer seit Jahren hohen Ausbildungsquote dazu bei, dass junge Menschen in eine chancenreiche Zukunft blicken können und eine berufliche Perspektive haben", sagte eine Unternehmenssprecherin. Es sei nicht möglich, eine unverändert hohe Zahl an Lehrlingen einzustellen und gleichzeitig die Abbauziele des Unternehmens zu erfüllen. DaimlerChrysler will bei der Mercedes Car Group, zu der die Marken Maybach, smart und Mercedes-Benz gehören, insgesamt 8500 Stellen sozialverträglich abbauen. "Junge Menschen einzustellen und ihnen dann keine Perspektive im Konzern zu bieten, verbietet bereits unser Beschäftigungspakt, der die Übernahme nahezu aller Azubis vorsieht."