DaimlerChrysler US-Ableger bleibt das Problemkind
Stuttgart - Die verkappte Gewinnwarnung des Autobauers Anfang Februar ist offenbar auf die Lage bei Chrysler zurückzuführen, berichtet das "Handelsblatt". Vorstandschef Jürgen Schrempp sei intern zunächst von einem hohen dreistelligen Millionen-Euro-Gewinn der US-Tochter für dieses Jahr ausgegangen, habe seine Erwartungen jetzt aber revidieren müssen.
Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. DaimlerChrysler will am Mittwoch auf seiner Bilanzpressekonferenz in Sindelfingen seine detaillierten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Anfang Februar hatte der DaimlerChrysler-Chef die Prognose für den Betriebsgewinn des Konzerns von 5,5 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro drastisch nach unten korrigiert.
Die Daimler-Spitze habe offenbar die Schwierigkeiten auf dem US-Automarkt unterschätzt, schreibt das Blatt. Der Konzern hatte in der Vergangenheit angekündigt, dass die US-Sparte im laufenden Jahr die Gewinnzone wieder erreichen soll. Dies hielten Analysten inzwischen für zu ambitioniert. So rechne etwa Christian Breitsprecher von der Deutschen Bank für dieses Jahr bei Chrysler mit einem Betriebsverlust von 900 Millionen Euro, berichtet das "Handelsblatt".
Im vergangenen Jahr wies der Autokonzern nach Steuern ein Minus von 700 Millionen Euro aus. Noch vor wenigen Wochen hatte die Nachricht, dass die Dividende für die Aktionäre auf einen Euro gesenkt und damit halbiert werden soll, Schlagzeilen gemacht - es ist die erste Dividendenkürzung in der Konzerngeschichte.
Schrempp will aber trotz Problemen im operativen Geschäft an seinem grundsätzlichen Kurs festhalten. "Wenn es jetzt einzelne Schwierigkeiten gibt, wird ganz schnell von außen die ganze Strategie in Frage gestellt. Warum sollten wir aber unsere Strategie ändern, wenn wir ein operatives Problem haben", sagte Schrempp dem Nachrichtenmagazin "Focus" am Wochenende. Es gelte vielmehr, das Problem in Ordnung zu bringen. Ziel des Konzerns sei weiterhin, "weltweit die Nummer eins im Automobilmarkt zu werden".
"An den vor einem Jahr für 2002 und darüber hinaus vorhergesagten Zielvorgaben halten wir fest, werden sie aber etwas später erreichen", so Schrempp. Keines der gesetzten Ziele werde fallen, betonte der Konzernchef. Der Chef der US-Sparte Chrysler, Dieter Zetsche, habe gemeinsam mit seinem Team weiterhin das Ziel, die Gewinnzone zu erreichen.