DaimlerChrysler Verdacht gegen Schrempp junior
In anonymen Briefen war dem Konzernchef Vetternwirtschaft vorgeworfen worden. Marc Schrempp gehört zu den Anteilseignern von Surplex.com, einem Internet-Marktplatz zum Verkauf von Restposten und ausgemusterten Maschinen. Mehrere Unternehmen, die solche Anlagen bislang direkt und ohne jeden Aufschlag bei den einzelnen Mercedes-Benz-Werken kauften, wurden darauf hingewiesen, dass sie künftig über Surplex beziehen müssten. Doch Surplex verlangt nach eigenen Angaben eine Provision zwischen einem und fünf Prozent.
Bei ihren Untersuchungen haben die Revisoren von DaimlerChrysler bislang allerdings keine Unregelmäßigkeiten feststellen können. Bei dem Verkauf von Mercedes-Benz-Anlagen über Surplex handelt es sich um ein Pilotprojekt in einigen Fabriken. In anderen Werken wird der Absatz über die Firma Go Industry, einen Konkurrenten von Surplex, getestet. Es sei noch nicht entschieden, wer endgültig einen Vertrag mit DaimlerChrysler erhalte.
Die Revision hält den Vorwurf der Vetternwirtschaft auch deshalb für gegenstandslos, weil Marc Schrempp weniger als ein Prozent der Anteile von Surplex hält. Zu den übrigen Geldgebern und Beratern von Surplex zählen Lars Schlecker, der Sohn des Drogerieunternehmers Anton Schlecker, und Alexander Dibelius von der Investmentbank Goldman Sachs, der die Fusion von Daimler-Benz mit Chrysler vorbereitet hatte.