DaimlerChrysler Verwirrung um das "Weltauto"
Seoul/Stuttgart - Trotz mehrerer Dementis aus Stuttgart bleibt Hyundai bei seiner Geschichte: Man habe mit Mitsubishi und DaimlerChysler vereinbart, gemeinsam einen Kleinwagen zu entwickeln und weltweit zu vertreiben. An den Gesprächen sei nur das Spitzenmanagement der drei Firmen beteiligt gewesen, teilte Hyundai am Montag in Seoul mit.
Ein DaimlerChrysler-Sprecher sagte hingegen, es bleibe bei der Stellungnahme des Konzerns vom Wochenende: "Es gibt keine Gespräche zwischen DaimlerChrysler und Hyundai über Kleinwagen, und es hat auch keine gegeben." Deshalb könne es auch kein Ergebnis von Gesprächen geben, sagte der Sprecher.
Eine Sprecherin von Mitsubishi bestätigte jedoch, dass Gespräche mit Hyundai geführt würden. Zurzeit werde mit Hyundai über eine Teilnahme an der Kleinwagen-Technologie verhandelt, teilte Mitsubishi am Dienstag mit. Dies könnte auch dazu führen, dass sich beide Firmen die Platform für einen Kompaktwagen teilten, sagte die Sprecherin.
Hyundai erklärte, möglicherweise sei durch die verschiedenen Zeitzonen Verwirrung über die Bekanntgabe des Abkommens entstanden. Dabei soll nach Hyundai-Angaben vereinbart worden sein, dass die drei Unternehmen gemeinsam ein so genanntes "Weltauto", einen Kleinwagen für alle Märkte der Welt, entwickeln würden. Die Fertigung in verschiedenen Werken solle ab 2002 beginnen.
Am Wochenende hatte der koreanische Autokonzern erklärt, im Laufe von fünf Jahren sollten vier bis fünf Millionen Einheiten des geplanten Kleinwagens verkauft werden. Hyundai werde pro Jahr 300.000 bis 350.000 Autos in Korea und 100.000 bis 150.000 in China produzieren. Mitsubishi werde 100.000 bis 200.000 Stück in Japan und DaimlerChrysler 250.000 bis 300.000 Stück in Europa fertigen.
Hyundai verwies auf die im März bekannt gegebene Allianz zwischen Mitsubishi und DaimlerChrysler, bei der es auch um die Produktion von Kleinwagen gehen soll. Mitsubishi ist mit einem kleinen Anteil von unter fünf Prozent an Hyundai Motors beteiligt, und über ein Aufstocken dieses Anteils war zuletzt spekuliert worden.
DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte zuletzt in einem Zeitungsinterview gesagt, wenn ein höherer Anteil an Hyundai die Möglichkeit einer Zusammenarbeit bei bestimmten Projekten bedeute, "wäre es durchaus etwas, an dem ich interessiert wäre".
Analysten sagten, eine technische Allianz der drei Unternehmen bei Kleinwagen würde durchaus Sinn machen. Dadurch könnte eine höhere Stückzahl des Fahrzeugs produziert werden, was die Kosten senken würde.