DaimlerChrysler vor Gericht: Kerkorian fordert eine Milliarde Dollar - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler vor Gericht Kerkorian fordert eine Milliarde Dollar

Der US-Investor Kirk Kerkorian verlangt von dem Autokonzern DaimlerChrysler mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Das erklärte Kerkorians Anwalt Terry Christensen zum Auftakt des mit Spannung erwarteten Prozesses um die Umstände der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler im Jahr 1998.
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Wilmington - Der frühere Chrysler-Großaktionär Kerkorian (86) wirft dem Management vor, den Zusammenschluss fälschlicherweise als "Fusion unter Gleichen" ausgegeben zu haben. Tatsächlich sei es eine Übernahme gewesen. "Sie übernahmen die Kontrolle und sie haben dafür nichts bezahlt", sagte Christensen in seiner Erklärung und sprach von einem "klassischen Betrug". Nach und nach seien aus dem Vorstand des fusionierten Unternehmens bis auf einen einzigen Manager sämtliche amerikanischen Vertreter verschwunden. Kerkorian habe von diesen Entwicklungen nichts ahnen können.

Die mündliche Verhandlung begann am Montagmorgen (Ortszeit) mit einem großen Medienaufgebot. Bis zum 17. Dezember befragen die Anwälte die Zeugen der Gegenseite, ein Urteil wird erst im Frühjahr 2004 erwartet. Kerkorian und seine Investment-Gesellschaft Tracinda vertreten die Ansicht, sie hätten im Fall einer Übernahme einen höheren Preis beim Tausch ihrer Aktien erhalten können. Durch die angebliche Tarnung des "Takeovers" als Fusion unter der Federführung von Vorstandschef Jürgen Schrempp (59) sei ihnen ein hoher Schaden entstanden. Kerkorian wird nach Aussage eines Tracinda-Anwaltes an diesem Dienstag vor Gericht auftreten.

DaimlerChrysler-Anwalt Mike Schell wies die Vorwürfe vor Beginn des Prozesses als "absurd" zurück. Der Zusammenschluss sei eine Fusion "im wahrsten Sinne des Wortes" gewesen. Ein Vergleich beider Seiten während der laufenden Verhandlung gilt als unwahrscheinlich, ist jedoch nicht völlig ausgeschlossen.