DaimlerChrysler: Zetsche erwägt, Smart auf US-Markt zu bringen - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Zetsche erwägt, Smart auf US-Markt zu bringen

Dieter Zetsche scheint irgendwie am Smart zu hängen: Analysten und Großaktionäre fordern immer lauter, die kriselnde Kleinwagenmarke abzustoßen. Der DaimlerChrysler-Chef erwägt einer Zeitung zufolge jedoch, dem Miniatur-Auto auf dem US-Markt eine letzte Chance zu geben.
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Düsseldorf -Ganz festlegen will sich Dieter Zetsche noch nicht, deshalb flüchtet sich der DaimlerChrysler-Chef   in ein kompliziertes Satzgebilde: "Es ist derzeit wahrscheinlicher, dass wir eine Entscheidung pro USA als dagegen treffen werden" erklärte er "dem Handelsblatt" über seine Zukunftspläne für den Smart. Eine endgültige Entscheidung über einen US-Markteintritt mit der kommenden Generation des Smart-Zweisitzers solle noch in dieser Jahreshälfte fallen, fügte Zetsche hinzu.   

Doch die Nachricht scheint klar: Zetsche hat den dauerkriselnden Kleinwagenhersteller noch nicht aufgegeben. Dabei ist der Smart einer der zentralen Gründe, warum die Mercedes Car Group in der jüngst veröffentlichten Jahresbilanz rote Zahlen schrieb - erstmals seit ihrer Gründung. Satte 1,1 Milliarden Euro kostete die Rettung des maladen Kleinwagenbauers die Gruppe bislang. Der Verlust bei Smart betrug 505 Millionen Euro nach 1,6 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2004. Experten und Aktionäre fordern vehement die Trennung von der Tochter, bevor sie noch mehr Geld verbrennt. Die staatliche Kuwait Investment Authority (KIA) hatte gefordert, die Sparte zu veräußern. Und auch die Aktionäre Union Investment und Activest hatten verlangt, mit der verlustbringenden Tochter kurzen Prozess zu machen.

"Bis Mitte des Jahres muss Zetsche zum Thema Smart klare Worte finden", erklärte auch Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzle, jüngst anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz. Konkrete Aussagen dazu ließ sich der Daimler-Chef da jedoch noch nicht entlocken: "Hier gibt es keine neuen Informationen." Man werde weiter daran arbeiten Smart in die schwarzen Zahlen zu führen.

Mehrfach hatten Medien berichtet, Zetsche suche im Geheimen schon eifrig nach potentiellen Käufern. DaimlerChrysler habe die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, nach Interessenten für Smart zu suchen. Zetsche jedoch hat bisher solche Berichte ausdauernd dementiert und erklärt, allenfalls könne ein partnerschaftliches Unternehmen in Betracht kommen. Die Sanierung aus eigener Kraft habe jedoch Vorrang. Der 1998 mit dem schweizerischen Uhrenhersteller Swatch gegründete Kleinwagenbauer macht seit dem Start Verluste. Zetsche hat der Sparte deswegen das Sanierungsprogramm verordnet. 2007 soll Smart mit nahezu halbierter Belegschaft und weniger Modellen schwarze Zahlen schreiben.