DaimlerChrysler: Zweifel an Geldreserven - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Zweifel an Geldreserven

Der Bargeldbestand von DaimlerChrysler ist zusammengeschmolzen. Trotz neuer Anleihen und beruhigender Worte vom Vorstand bezweifeln Analysten die Gesundheit des Unternehmens.
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Frankfurt am Main - Die Liquidität von DaimlerChrysler sei "sehr stark und sehr gesund", sagte Manfred Gentz. Der Finanzvorstand des deutsch-amerikanischen Unternehmens räumte aber gleichzeitig ein, dass die Netto-Liquidität im Industriegeschäft von sechs Milliarden Euro Ende September auf null Ende Dezember zurückgegangen ist. Dies bedeutet, dass die Finanzreserven nicht mehr über den Verbindlichkeiten liegen, die für das Fahrzeuggeschäft eingegangen werden.

Der Kapitalmarkt bewertete die Situation deutlich kritischer als Manfred Gentz und akzeptierte die am Donnerstag begebenen Anleihen nur mit einem kräftigen Risikoaufschlag. Nach Unternehmensangaben wurden insgesamt sieben Milliarden Dollar am Kapitalmarkt aufgenommen. Das Geld werde für "allgemeine Unternehmenszwecke "eingesetzt, sagte DaimlerChysler-Sprecher Thomas Fröhlich, ohne weitere Details zu nennen. Ursprünglich seien nur Anleihen für vier Milliarden Dollar geplant gewesen.

Pia Christina Schulze, Autoexpertin bei Merck, Finck und Co., hielt das "überraschend angestiegene" Volumen der Daimler-Anleihe von ursprünglich vier Milliarden auf rund sieben Milliarden Dollar für eine mögliche Antwort auf die fehlende Netto-Liquidität. Dennoch erwartet sie eine weitere Herabstufung der Bonität für kurzfristige Kredite. Xavier Gunner von UBS-Warburg äußerte sich ebenfalls besorgt: "Das ist ziemlich alarmierend. Die Geldverbrennung im vierten Quartal war eher ein Inferno". Er erneuterte seine Empfehlung, DaimlerChrysler-Aktien zu "reduzieren", und setzte das Kursziel auf 40 Euro. Die Schätzungen einiger seiner Kollegen sind noch pessimistischer: Im ersten Halbjahr könnte die Aktie bis auf 35 Euro fallen, so ihre Befürchtung.

Einige Analysten äußerte sich außerdem sehr kritisch zu der Bewertung des Daimler-Finanzvorstands Gentz. "Wie kann er sagen, der Bargeldbestand sei sehr gesund, wenn er fast bei null liegt?", kritisierte ein Analyst einer großen Bank, der nicht namentlich genannt werden wollte. Maximal hätte Gentz sagen dürfen, die Situation sei nicht lebensbedrohlich für den Konzern, fügte er hinzu.

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