DAMENSTRÜMPFE
Der Verbandsvorsitzende der westdeutschen Damenstrumpf-Industrie, »Uhli« -Strumpffabrikant Werner Uhlmann, schlug seinen sechzig westdeutschen Kollegen vor, die dritte Arbeitsschicht in ihren Betrieben einzustellen, weil die stark angestiegene Strumpfproduktion zu erheblichen Preissenkungen und harten Konkurrenzmanövern geführt habe. Die Textil-Einzelhändler, die sich am 4. Juli im sogenannten Strumpf-Klub in Lübeck mit Produzenten trafen, begrüßten die Drosselung des Angebots. Auch sie seien nicht an einem »Preisverfall« interessiert, weil er ihre Gewinnspanne zu stark schmälere. Die sonst von den Industriellen und Händlern gepriesene amerikanische Methode, die Käufer durch niedrige Preise zum Mehrverbrauch anzureizen, will die Strumpfbranche nicht nachahmen, obwohl sie in ihrer Propaganda den westdeutschen Frauen stets vorhält, daß sie sich durchschnittlich mit je sieben Paar Strümpfen jährlich begnügen, während die Durchschnitts-Amerikanerin 14 Paar Strümpfe im Jahr verbraucht.